{"id":8188,"date":"2026-07-22T13:53:07","date_gmt":"2026-07-22T11:53:07","guid":{"rendered":"https:\/\/bacteria.de\/?p=8188"},"modified":"2026-07-22T17:48:30","modified_gmt":"2026-07-22T15:48:30","slug":"ballaststoffmangel-mikrobiom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bacteria.de\/de\/ernaehrung\/ballaststoffmangel-mikrobiom\/","title":{"rendered":"Kein Schutz ohne Ballaststoffe?"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Wie Ballaststoffmangel dem Darm schadet<\/h1>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ballaststoffe, zumindest einige von ihnen, f\u00fcttern die Bakterien im menschlichen Darm. Damit werden die Bakterien gest\u00e4rkt, die f\u00fcr die Gesundheit des Menschen wichtig sind. Aber was passiert, wenn Ballaststoffe fehlen? Wenn den Bakterien im Darm das Futter ausgeht? Dann suchen sich einige von ihnen eine neue Nahrungsquelle &#8211; und fressen die sch\u00fctzende Schleimschicht des Darms.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-divi-layout\">[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.27.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.27.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_margin=&#8220;|0px||0px|false|false&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.27.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][pac_divi_table_of_contents title=&#8220;Inhaltsverzeichnis&#8220; default_state=&#8220;closed&#8220; exclude_headings_by_class=&#8220;on&#8220; included_headings=&#8220;off|on|off|off|off|off&#8220; level_markers_2=&#8220;icons&#8220; title_container_bg_color=&#8220;#2DACDC&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.7&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_font_font=&#8220;Open Sans||||||||&#8220; title_font_size=&#8220;16px&#8220; heading_all_font=&#8220;Open Sans||||||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; icon_marker_2=&#8220;5||divi||400&#8243; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/pac_divi_table_of_contents][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <strong><a href=\"https:\/\/www.dge.de\/\" target=\"_blank\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dge.de\/\" rel=\"noreferrer noopener\">Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung<\/a><\/strong> empfiehlt mindestens <strong>30 Gramm Ballaststoffe<\/strong> am Tag. Diese Empfehlung wurde 2019 durch eine gro\u00dfe Meta-Analyse gest\u00fctzt, in der die Ergebnisse vieler Studien zusammengef\u00fchrt wurden. Dabei zeigte sich: Eine t\u00e4gliche Ballaststoffzufuhr von \u00fcber 25 Gramm ging mit einem <strong>geringeren Sterberisiko<\/strong> einher. Au\u00dferdem traten bei diesen Menschen koronare <strong>Herzerkrankungen<\/strong>, <strong>Schlaganf\u00e4lle<\/strong>, <strong>Typ-2-Diabetes<\/strong> und <strong>Darmkrebs<\/strong> seltener auf. Ballaststoffe scheinen also eine wichtige Rolle f\u00fcr die menschliche Gesundheit zu spielen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum sind Ballaststoffe so wichtig?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/bacteria.de\/de\/ernaehrung\/ballaststoffe\/\" data-type=\"post\" data-id=\"6946\">Ballaststoffe<\/a> k\u00f6nnen vom menschlichen K\u00f6rper kaum oder gar nicht verwertet werden. Sie gelangen deshalb weitgehend <strong>unverdaut<\/strong> in den Dickdarm, wo ein Gro\u00dfteil der Bakterien lebt. Nicht alle Ballaststoffe werden dort gleich verarbeitet: Manche werden von Bakterien fermentiert und dienen ihnen so als Nahrung, andere k\u00f6nnen <strong>kaum oder gar nicht <\/strong>abgebaut werden. Nicht fermentierbare Ballaststoffe unterst\u00fctzen vor allem die <strong>Darmbewegung<\/strong> und<strong> beeinflussen die Geschwindigkeit<\/strong>, mit der die Nahrung den Darm passiert. Besonders wichtig f\u00fcr das Mikrobiom sind die<strong> fermentierbaren Ballaststoffe<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bakterien im Darm besitzen spezielle Enzyme, eine Art <strong>Werkzeugkasten<\/strong>, mit denen sie Kohlenhydrate, zu denen auch die Ballaststoffe geh\u00f6ren, abbauen und als Nahrung nutzen k\u00f6nnen. Der menschliche K\u00f6rper hat daf\u00fcr gerade mal <strong>17 Enzyme<\/strong>, das Mikrobiom dagegen einen riesigen Werkzeugkasten mit \u00fcber <strong>1.000 Enzymen<\/strong>. Beim Abbau bestimmter Ballaststoffe entstehen Stoffe, die wiederum anderen Bakterien als Nahrung dienen. Dieses Weiterreichen von Nahrung nennt man Cross-Feeding: Ein Ballaststoff kann so sehr viele Bakterienarten f\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frauen in Deutschland kommen im Durchschnitt aber gerade mal auf 18 Gramm t\u00e4glich, M\u00e4nner auf 19 Gramm &#8211; deutlich weniger als die empfohlenen 30 Gramm. Die meisten Bakterien im Darm leiden also st\u00e4ndigen Hunger.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"1344\" height=\"896\" src=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8193\" style=\"aspect-ratio:1.5000241627603537;width:637px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild1.png 1344w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild1-1280x853.png 1280w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild1-980x653.png 980w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild1-480x320.png 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1344px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was passiert bei Ballaststoffmangel?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Naheliegendste zuerst: Durch das Aushungern k\u00f6nnen einige dieser Bakterienarten tats\u00e4chlich <strong>verschwinden<\/strong>. <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/de\/koerper\/mikrobiom-diversitaet-gesundheit\/\" data-type=\"post\" data-id=\"5231\">Die Vielfalt des Darmmikrobioms nimmt ab.<\/a><br>Genau diese Vielfalt ist aber wichtig, da sie das Mikrobiom <strong>widerstandsf\u00e4higer<\/strong> macht. Kommt es zu einer St\u00f6rung, zum Beispiel durch die <strong><a href=\"https:\/\/bacteria.de\/de\/medizin\/antibiotika-und-mikrobiom\/\" data-type=\"post\" data-id=\"7803\">Einnahme eines Antibiotikums<\/a><\/strong>, kann sich ein zuvor vielf\u00e4ltiges Mikrobiom oft besser erholen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ohne ausreichend Ballaststoffe bilden Darmbakterien auch weniger <strong>Stoffwechselprodukte<\/strong>. Dazu geh\u00f6ren auch <strong><a href=\"https:\/\/bacteria.de\/de\/koerper\/scfa-mikrobiom\/\" data-type=\"post\" data-id=\"5582\">kurzkettige Fetts\u00e4uren<\/a><\/strong>. Diese \u00fcbernehmen zentrale Aufgaben im K\u00f6rper. Vor allem <strong><a href=\"https:\/\/bacteria.de\/de\/koerper\/scfa-mikrobiom\/\" data-type=\"post\" data-id=\"5582\">Butyrat<\/a><\/strong> dient den Zellen der Darmschleimhaut als wichtige Energiequelle. Au\u00dferdem k\u00f6nnen <strong>kurzkettige Fetts\u00e4uren<\/strong> entz\u00fcndungshemmend wirken und sogar beeinflussen, welche Gene in K\u00f6rperzellen aktiv sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fehlen Ballaststoffe, werden die gesundheitsf\u00f6rderlichen Bakterien <strong>weniger<\/strong>, ebenso wie die Stoffwechselprodukte, die sie bilden und die f\u00fcr einen gesunden K\u00f6rper wichtig sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch das ist nicht alles: Nicht alle Bakterien lassen sich einfach aushungern. Einige steigen auf alternative Nahrungsquellen um &#8211; <strong>auf menschliche Kosten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Schutzschicht des Darms<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der menschliche Darm ist mit einer <strong>Schleimhaut<\/strong> ausgekleidet, die t\u00e4glich <strong>10 L Schleim<\/strong> produziert. Dieser Schleim bildet im Darm eine <strong>Schleimschicht<\/strong>, auch <strong>Mukus-Schicht<\/strong> genannt. Sie \u00fcbernimmt wichtige Aufgaben. Eine davon: Sie bildet eine Art Schutzschild f\u00fcr den Darm. Wie ein Burggraben h\u00e4lt sie die Bakterien an ihrem Platz im Darmlumen, also im<strong> Inneren des Darms<\/strong>, und fern von der Darmwand und den dahinterliegenden Blutgef\u00e4\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Das Mikrobiom ist wichtig f\u00fcr die menschliche Gesundheit, aber nur, solange das Gleichgewicht stimmt. Dazu geh\u00f6rt, dass der Gro\u00dfteil der Bakterien im <strong>Dickdarm<\/strong> bleibt und nicht in andere Bereiche des K\u00f6rpers gelangt. Daf\u00fcr teilt sich die Schleimschicht dort in zwei Schichten. Die dichte innere Schicht, die wie ein Burggraben wirkt, liegt direkt an der Oberfl\u00e4che der Darmzellen und ist unter normalen Bedingungen weitgehend bakterienfrei. Die \u00e4u\u00dfere Schicht ist lockerer und dient den Darmbakterien als Lebensraum und ern\u00e4hrt einige von ihnen. Denn die Schleimschicht besteht zwar haupts\u00e4chlich aus Wasser. Ihr wichtigster Baustein ist aber das <strong>Schleimprotein MUC2<\/strong>, an das zahlreiche Zuckerketten gebunden sind. Diese Zuckerketten dienen vielen Darmbakterien als Nahrung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Im gesunden Gleichgewicht \u00fcbernimmt die Schleimschicht also gleich zwei wichtige Aufgaben: Sie bietet dem Darmmikrobiom Lebensraum und Nahrung und sch\u00fctzt den K\u00f6rper davor, dass Bakterien ihren Platz im Darm verlassen und in andere Bereiche des K\u00f6rpers eindringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"1344\" height=\"896\" src=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild10.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8194\" style=\"aspect-ratio:1.5000241627603537;width:626px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild10.png 1344w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild10-1280x853.png 1280w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild10-980x653.png 980w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild10-480x320.png 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1344px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wenn das Gleichgewicht kippt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses empfindliche Gleichgewicht kippt bei einem Ballaststoffmangel in der Ern\u00e4hrung. Aus dem mikrobiellen Garten Eden wird ein <strong>Schlachtfeld<\/strong> um <strong>N\u00e4hrstoffe<\/strong>. Wer sich jetzt am besten anpassen kann, ist im Vorteil. In diesem Fall sind es vor allem zwei Gruppen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Schleim-Spezialisten<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur ersten Gruppe geh\u00f6ren Bakterien, die sich von Bestandteilen des Darmschleims ern\u00e4hren, zum Beispiel <em>Akkermansia muciniphila<\/em>. W\u00e4hrend ihren Konkurrenten im Darm die N\u00e4hrstoffe ausgehen, bleibt ihnen ihre Nahrungsquelle erhalten. Das verschafft ihnen einen Wettbewerbsvorteil.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Multitalente<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben den \u201eSchleim-Spezialisten\u201c profitieren auch flexible Bakterienarten. Sie sind die Multitalente unter den Darmbakterien: nicht w\u00e4hlerisch, sondern mit unterschiedlichen Enzymen f\u00fcr verschiedene Nahrungsquellen ausgestattet. Fehlen Ballaststoffe, k\u00f6nnen einige von ihnen umschalten und sich ebenfalls von den Zuckerketten der <strong>menschlichen Schleimschicht<\/strong> ern\u00e4hren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese zwei Gruppen k\u00f6nnen sich unter diesen Bedingungen st\u00e4rker vermehren. Dadurch wird die Schleimschicht zunehmend als <strong>Nahrung<\/strong> genutzt. Sie wird <strong>d\u00fcnner<\/strong> &#8211; und die Schutzbarriere des Darms <strong>schw\u00e4cher<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was sagt die Wissenschaft?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie sich eine Ern\u00e4hrung ohne Ballaststoffe auf die Schleimschicht auswirken kann, zeigte ein eindrucksvoller <strong>Mausversuch<\/strong> aus dem Jahr 2016. Die Forscher besiedelten keimfreie M\u00e4use, also M\u00e4use ohne eigenes Mikrobiom, mit <strong>14 Bakterienarten<\/strong>, die auch im menschlichen Darm vorkommen. Nachdem sich diese Bakterien im Darm etabliert hatten, erhielten die M\u00e4use unterschiedliche Ern\u00e4hrungsformen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>eine ballaststoffreiche Ern\u00e4hrung<\/li>\n\n\n\n<li>eine ballaststofffreie Ern\u00e4hrung<\/li>\n\n\n\n<li>ein t\u00e4glicher oder viert\u00e4giger Wechsel zwischen beiden Ern\u00e4hrungsformen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Wechsel zwischen den Ern\u00e4hrungsformen wollten die Forscher<strong> allt\u00e4gliche Schwankungen<\/strong> in der menschlichen Ern\u00e4hrung abbilden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je nach Ern\u00e4hrung nahmen <strong>unterschiedliche Bakterienarten<\/strong> zu &#8211; n\u00e4mlich jene, die die jeweils verf\u00fcgbaren N\u00e4hrstoffe verwerten konnten. Bei ballaststoffreicher Ern\u00e4hrung waren vor allem Bakterien h\u00e4ufiger, die Ballaststoffe abbauen k\u00f6nnen. In der ballaststofffreien Gruppe nahmen hingegen Bakterien zu, die Bestandteile des Darmschleims abbauen k\u00f6nnen. Auch einige flexible Bakterienarten, die sowohl Ballaststoffe als auch Darmschleim verwerten k\u00f6nnen, stellten ihren Stoffwechsel um und bauten<strong> verst\u00e4rkt Darmschleim<\/strong> ab. Bei wechselnder Ern\u00e4hrung passte sich die Zusammensetzung des Mikrobioms rasch an die jeweilige Nahrung an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch nicht nur die Bakterienzusammensetzung ver\u00e4nderte sich mit abnehmender Ballaststoffzufuhr. Auch die Schleimschicht im Dickdarm wurde, wie erwartet, <strong>d\u00fcnner<\/strong>. Besonders deutlich war das bei M\u00e4usen, die <strong>\u00fcberhaupt keine Ballaststoffe<\/strong> bekamen. Aber auch bei M\u00e4usen mit wechselnder ballaststoffreicher und ballaststofffreier Ern\u00e4hrung war die Schleimschicht d\u00fcnner.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch dabei wollten es die Wissenschaftler nicht belassen. Sie wollten herausfinden, was eine d\u00fcnnere Schleimschicht f\u00fcr die Gesundheit der M\u00e4use bedeutet. Daf\u00fcr infizierten sie die ballaststoffreich und ballaststofffrei ern\u00e4hrten M\u00e4use mit einem bei M\u00e4usen bekannten Krankheitserreger, <em>Citrobacter rodentium<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend in der ballaststoffreichen Gruppe alle M\u00e4use \u00fcberlebten, verschlechterte sich der Zustand der Tiere in der ballaststofffreien Gruppe so stark, dass 60 Prozent von ihnen nach zehn Tagen eingeschl\u00e4fert werden mussten, um unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfiges Leid zu verhindern.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was sich auf Menschen \u00fcbertragen l\u00e4sst<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch der Versuch fand an M\u00e4usen und unter <strong>extremen Bedingungen<\/strong> statt. Wie weit lassen sich die Ergebnisse also auf Menschen \u00fcbertragen? Die entscheidende Schwierigkeit ist, dass die Dicke der Schleimschicht bei den M\u00e4usen erst nach der <strong>Entnahme des Dickdarms<\/strong> unter dem Mikroskop gemessen werden konnte. Aus naheliegenden Gr\u00fcnden ist das beim Menschen deutlich schwieriger.<br>Trotzdem deutet einiges darauf hin, dass beim Menschen <strong>\u00e4hnliche Mechanismen<\/strong> eine Rolle spielen.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Die M\u00e4use erhielten ein<strong> humanisiertes Mikrobiom<\/strong>. Das bedeutet, dass die 14 eingesetzten Bakterienarten auch im menschlichen Darm vorkommen.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Darmschleim von M\u00e4usen und Menschen ist <strong>\u00e4hnlich<\/strong> aufgebaut.<\/li>\n\n\n\n<li>Eine Studie mit gesunden Erwachsenen untersuchte den <strong>genetischen Werkzeugkasten<\/strong> des Mikrobioms. Je mehr Gene f\u00fcr den Abbau von Bestandteilen des Darmschleims im Verh\u00e4ltnis zu Genen f\u00fcr pflanzliche Ballaststoffe vorhanden waren, desto h\u00f6her waren Entz\u00fcndungsmarker im Darm.<\/li>\n\n\n\n<li>Eine <strong>durchl\u00e4ssige Schleimschicht <\/strong>kann auch beim Menschen Entz\u00fcndungen im Darm ausl\u00f6sen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"5333\" height=\"3000\" src=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Infografik-de-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8222\" style=\"aspect-ratio:1.7776759635759694;width:716px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Infografik-de-1.png 5333w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Infografik-de-1-1280x720.png 1280w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Infografik-de-1-980x551.png 980w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Infografik-de-1-480x270.png 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 5333px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber der wichtigste Unterschied bleibt: Im Mausversuch wurden gerade mal <strong>14 Bakterienarten <\/strong>untersucht. Die Wissenschaftler hatten sie zuvor zwar darauf getestet, ob sie Ballaststoffe und\/oder Bestandteile des Darmschleims abbauen k\u00f6nnen. Ein echtes <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/de\/allgemein\/wir-sind-bakterien\/\" data-type=\"post\" data-id=\"2083\">menschliches Mikrobiom ist jedoch deutlich <strong>komplexer<\/strong><\/a> und umfasst <strong>mehrere hundert Bakterienarten<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Protein statt Ballaststoffe?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch nicht alle Bakterienarten weichen auf den Darmschleim aus. Einige profitieren auch von einer Ern\u00e4hrungsform, die derzeit im Trend liegt: <strong>proteinreich<\/strong> und oft <strong>kohlenhydratarm<\/strong>. Sieht man sich im Supermarkt um, gibt es inzwischen fast jedes Lebensmittel als \u201eHigh-Protein\u201c-Variante. Das mag zun\u00e4chst gut klingen, immerhin geh\u00f6ren Proteine zu den wichtigsten Bausteinen des menschlichen K\u00f6rpers. Eine proteinreiche Ern\u00e4hrungsweise geht jedoch h\u00e4ufig mit<strong> weniger Kohlenhydraten<\/strong> und damit auch weniger Ballaststoffen einher.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn sich die Bakterien aber von den Proteinen ern\u00e4hren k\u00f6nnen, die unverdaut bis in den Dickdarm gelangen, ist das doch kein Problem &#8211; oder?<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schon 2011 untersuchte eine Studie mit<strong> 17 \u00fcbergewichtigen M\u00e4nnern<\/strong>, wie sich diese Ern\u00e4hrung auf Stoffwechselprodukte im Darm auswirkt. Dabei fanden die Forscher vermehrt Stoffe, die bei der bakteriellen Proteinfermentation entstehen, darunter beispielsweise N-Nitroso-Verbindungen. Nicht alle dieser Stoffe sind per se giftig. Sie werden aber mit eher ung\u00fcnstigen Folgen f\u00fcr die Darmgesundheit in Verbindung gebracht. Gleichzeitig sanken <strong>Butyrat<\/strong> und weitere Stoffe, die aus pflanzlichen Ballaststoffen entstehen und als eher sch\u00fctzend f\u00fcr den Darm gelten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Im Gegensatz zum Abbau von Ballaststoffen k\u00f6nnen beim Abbau von Proteinen durch Darmbakterien also <strong>vermehrt Stoffe<\/strong> entstehen, die potenziell sch\u00e4dlich f\u00fcr den menschlichen K\u00f6rper sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"1344\" height=\"896\" src=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild5.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8195\" style=\"aspect-ratio:1.5000241627603537;width:594px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild5.png 1344w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild5-1280x853.png 1280w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild5-980x653.png 980w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bild5-480x320.png 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1344px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Mikrobiom ist gleichzeitig so interessant und komplex, weil sich selten eindeutig sagen l\u00e4sst, ob etwas immer gut oder immer schlecht ist. Das gilt auch f\u00fcr die <strong>Proteinfermentation<\/strong>. Ein gutes Beispiel ist die Aminos\u00e4ure <strong>Tryptophan<\/strong>.<br>Gelangt Tryptophan in den Dickdarm, k\u00f6nnen verschiedene Bakterien es auf unterschiedliche Weise weiterverarbeiten.<br>Einige dieser Stoffe k\u00f6nnen die Gesundheit unterst\u00fctzen. Dazu geh\u00f6ren etwa <strong>Indol-3-Milchs\u00e4ure (ILA)<\/strong> und <strong>Indol-3-Propions\u00e4ure (IPA)<\/strong>. ILA kann dazu beitragen, dass das Immunsystem auf harmlose Bestandteile der Nahrung nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig reagiert. IPA wiederum kann helfen, die Schleimhautbarriere im Darm aufrechtzuerhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Es k\u00f6nnen jedoch auch Stoffe entstehen, die mit gesundheitlichen Risiken in Verbindung gebracht werden. Ein Beispiel ist <strong>Indol<\/strong>. Es wird in der Leber zu Indoxylsulfat weiterverarbeitet, das bei chronischen Nierenerkrankungen eine Rolle spielen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch was entscheidet dar\u00fcber, welche Stoffe tats\u00e4chlich entstehen? Hier schlie\u00dft sich der Kreis: Welche Bakterien Tryptophan auf welche Weise weiterverarbeiten, ist kein Zufall. Es h\u00e4ngt unter anderem davon ab, wie viele Ballaststoffe im Darm ankommen. Beim bakteriellen Abbau von Ballaststoffen entstehen einfache Zucker. Diese k\u00f6nnen bei einigen Bakterien die Umwandlung von Tryptophan zu Indol hemmen. Dadurch wird weniger des eher gesundheitssch\u00e4dlichen Indols gebildet. Gleichzeitig bleibt mehr Tryptophan f\u00fcr die Bildung von ILA und IPA \u00fcbrig. Ein weiteres Beispiel daf\u00fcr, dass Ballaststoffmangel im Darm Folgen haben kann, die auf den ersten Blick nicht offensichtlich sind.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend ist nicht nur, welche gesundheitlichen Vorteile Ballaststoffe bieten, wenn sie vorhanden sind. Mindestens ebenso wichtig ist, was passiert, wenn sie fehlen. Denn dann kann das fragile Gleichgewicht zwischen Mensch und Mikrobe aus dem Takt geraten. Ballaststoffe sind deshalb kein \u201enetter Zusatz\u201c, sondern eine wichtige Voraussetzung daf\u00fcr, dieses Gleichgewicht zu erhalten.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellenverzeichnis und weiterf\u00fchrende Literatur<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Blecksmith, Sarah E., Andrew Oliver, Zeynep Alkan, und Danielle G. Lemay. \u201eGut Microbiome Genes Involved in Plant and Mucin Breakdown Correlate with Diet and Gastrointestinal Inflammation in Healthy United States Adults\u201c. The Journal of Nutrition 155, Nr. 11 (2025): 3757\u201368. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.tjnut.2025.08.027\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.tjnut.2025.08.027<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Desai, Mahesh S., Anna M. Seekatz, Nicole M. Koropatkin, u. a. \u201eA Dietary Fiber-Deprived Gut Microbiota Degrades the Colonic Mucus Barrier and Enhances Pathogen Susceptibility\u201c. Cell 167, Nr. 5 (2016): 1339-1353.e21. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.cell.2016.10.043\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.cell.2016.10.043<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Johansson, Malin E. V., Jenny K. Gustafsson, Jessica Holm\u00e9n-Larsson, u. a. \u201eBacteria Penetrate the Normally Impenetrable Inner Colon Mucus Layer in Both Murine Colitis Models and Patients with Ulcerative Colitis\u201c. Gut 63, Nr. 2 (2014): 281\u201391. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1136\/gutjnl-2012-303207\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1136\/gutjnl-2012-303207<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Reynolds, Andrew, Jim Mann, John Cummings, Nicola Winter, Evelyn Mete, und Lisa Te Morenga. \u201eCarbohydrate Quality and Human Health: A Series of Systematic Reviews and Meta-Analyses\u201c. The Lancet 393, Nr. 10170 (2019): 434\u201345. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/S0140-6736(18)31809-9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1016\/S0140-6736(18)31809-9<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Russell, Wendy R., Silvia W. Gratz, Sylvia H. Duncan, u. a. \u201eHigh-Protein, Reduced-Carbohydrate Weight-Loss Diets Promote Metabolite Profiles Likely to Be Detrimental to Colonic Health\u201c. The American Journal of Clinical Nutrition 93, Nr. 5 (2011): 1062\u201372. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3945\/ajcn.110.002188\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.3945\/ajcn.110.002188<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Sinha, Anurag K., Martin F. Laursen, Julius E. Brinck, u. a. \u201eDietary Fibre Directs Microbial Tryptophan Metabolism via Metabolic Interactions in the Gut Microbiota\u201c. Nature Microbiology 9, Nr. 8 (2024): 1964\u201378. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41564-024-01737-3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41564-024-01737-3<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Song, Chunyan, Zhenglong Chai, Si Chen, Hui Zhang, Xiaohong Zhang, und Yuping Zhou. \u201eIntestinal Mucus Components and Secretion Mechanisms: What We Do and Do Not Know\u201c. Experimental &amp; Molecular Medicine 55, Nr. 4 (2023): 681\u201391. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s12276-023-00960-y\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1038\/s12276-023-00960-y<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was passiert, wenn Ballaststoffe fehlen? 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