{"id":6276,"date":"2025-08-20T19:22:22","date_gmt":"2025-08-20T17:22:22","guid":{"rendered":"https:\/\/bacteria.de\/?p=6276"},"modified":"2025-11-14T23:24:44","modified_gmt":"2025-11-14T22:24:44","slug":"sonne-und-mikrobiom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bacteria.de\/de\/perspektivenwechsel\/sonne-und-mikrobiom\/","title":{"rendered":"Sonnenallianz"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Licht. Haut. Mikrobiom.<\/h1>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>In unserer heutigen Zeit wird das Sonnenlicht zunehmend verteufelt. Obwohl wir intuitiv sp\u00fcren, wie wohltuend die Sonne f\u00fcr uns ist, sei es beim ausgedehnten Spaziergang im Park in der w\u00e4rmenden Nachmittagssonne oder beim Segelausflug auf dem See, haben die st\u00e4ndigen Alarmmeldungen von Massenmedien und Haut\u00e4rzten \u00fcber Ozonloch und Hautkrebs eine tief verwurzelte Ablehnung gegen\u00fcber Sonnenstrahlen geschaffen. Dabei hat die Sonne \u00e4u\u00dferst wichtige Auswirkungen auf uns, ohne die unser \u00dcberleben unm\u00f6glich w\u00e4re.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Seit die Kernfusion unsere Sonne vor etwa 4,57 Milliarden Jahren entfachte, gilt sie als die \u201eMutter aller Lebewesen\u201c. Ohne sie g\u00e4be es keine Mikroorganismen, keine Pflanzen und schon gar keine Menschen auf der Welt. Sie ist der Grund, warum das komplexe Zusammenspiel des nat\u00fcrlichen Kreislaufs funktioniert, und sie entscheidet \u00fcber Leben und Tod. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel sind die Dinosaurier: Als wahrscheinlichste These f\u00fcr deren Aussterben gilt der Einschlag eines gigantischen Asteroiden, der eine Energiemenge freisetzte, die zehn Milliarden Atombomben entspricht. Das durch Staub und Aerosole blockierte Sonnenlicht verursachte starke Abk\u00fchlungen, f\u00fchrte zum Zusammenbruch der Photosynthese und resultierte in einem massiven Nahrungsmangel, der das Aussterben der Dinosaurier bewirkte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"2688\" height=\"1792\" src=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/dino.jpg\" alt=\"Ein massiver Asteroid l\u00f6scht die Dinosaurier aus\" class=\"wp-image-6315\" srcset=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/dino.jpg 2688w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/dino-1280x853.jpg 1280w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/dino-980x653.jpg 980w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/dino-480x320.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2688px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Licht und Kohlendioxid sind essenziell<\/h2>\n\n\n\n<p>Diese externe Abh\u00e4ngigkeit vom Sonnenlicht ist uns durchaus bewusst. Wir ben\u00f6tigen den Sauerstoff, der bei der Photosynthese unter dem Einfluss von Licht produziert wird, und der entstehende Zucker ist die Grundlage der Energie\u2011 und Bausteinversorgung. <\/p>\n\n\n\n<p>Das dazu ben\u00f6tigte Kohlendioxid ist kein toxischer Stoff, sondern erm\u00f6glicht erst die Reaktion, die die <strong>Grundlage des Lebens ist<\/strong> und ohne die die f\u00fcr uns essenzielle Nahrungskette nicht funktionieren w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sonne gegen Krebs<\/h2>\n\n\n\n<p>Weniger bekannt ist uns jedoch die unmittelbare Auswirkung der Sonnenstrahlen auf den Menschen. Zwar ist die lichtabh\u00e4ngige Vitamin\u2011D\u2011Synthese den meisten vertraut, da in vielen L\u00e4ndern ein Mangel besteht und eine Supplementierung notwendig ist. Doch dass <strong>Sonnenlicht viele Krebsarten verhindert<\/strong>, ist vielen noch neu.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Sonnenstrahlen haben vielf\u00e4ltige positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich zeigen neuere Forschungsergebnisse, dass eine regelm\u00e4\u00dfige Sonnenexposition mit einem geringeren Risiko f\u00fcr bestimmte innere Tumorerkrankungen wie Darm\u2011, Brust\u2011, Prostata\u2011 und Pankreaskrebs assoziiert ist. Sonnenstrahlen helfen aber nicht nur, t\u00f6dlichen Krebs zu vermeiden, sondern senken auch das Risiko f\u00fcr Herz\u2011Kreislauf\u2011 und Stoffwechselerkrankungen wie Bluthochdruck, Adipositas und Typ\u20112\u2011Diabetes. All diese Krankheiten gelten als typische Zivilisationskrankheiten. Doch damit nicht genug: Auch Multiple Sklerose und Alzheimer\u2011Demenz scheinen bei ausreichender Sonnenbestrahlung seltener aufzutreten, ganz zu schweigen von vielen psychischen St\u00f6rungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies h\u00e4ngt nicht nur mit den Effekten einer ausreichenden Vitamin\u2011D\u2011Versorgung zusammen, sondern auch mit den Auswirkungen auf unser Immunsystem und die Energiekraftwerke in unseren Zellen, die Mitochondrien.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sonnenstrahlen geben Energie<\/h2>\n\n\n\n<p>Der <strong>energiereiche Effekt, den du bei Sonnenbestrahlung sp\u00fcrst<\/strong>, hat zwei wesentliche Ursachen. Erstens wird in den Zellen, in die Licht gelangt, mehr ATP, also mehr Energie, erzeugt. Das betrifft vor allem die Haut und die oberfl\u00e4chliche Muskulatur. Zweitens hilft Sonnenlicht \u00fcber die Netzhaut, die innere Uhr zu regeln. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Sonnenbestrahlung nach dem Aufstehen hilft, die M\u00fcdigkeit schneller zu \u00fcberwinden<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Bildung des Schlafhormons Melatonin wird unterdr\u00fcckt, und die Cortisol\u2011Dynamik ver\u00e4ndert sich. Insgesamt werden wir dadurch wacher, sind aufmerksamer und haben subjektiv mehr Energie.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie wirkt sich die Sonne auf das Hautmikrobiom aus?<\/h2>\n\n\n\n<p>Eindeutig nachweisbar ist ein direkter Effekt der Sonne auf das Hautmikrobiom. Gesunde Urlauber, die kurzfristig einer hohen Strahlung ausgesetzt waren, weisen nach ihrer R\u00fcckkehr eine <strong>ver\u00e4nderte Hautbesiedlung mit Mikroorganismen<\/strong> auf, die sich jedoch bereits nach einem Monat wieder normalisiert. W\u00e4hrend der erh\u00f6hten Bestrahlung setzen sich vor allem Mikroorganismen durch, die eine erh\u00f6hte UV\u2011Resistenz aufweisen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sonne, Mikrobiom und das Immunsystem<\/h2>\n\n\n\n<p>Spannend ist folgender Sachverhalt, der sich bei Experimenten mit M\u00e4usen zeigte: Sonnenlicht hat auf jeden Organismus, ob Maus oder Mensch, eine immunsuppressive Wirkung. Das bedeutet, dass die <strong>Immunantwort f\u00fcr eine gewisse Zeit heruntergefahren wird<\/strong> \u2013 sozusagen ein Bremseffekt. Das Immunsystem reagiert schw\u00e4cher und langsamer auf Eindringlinge oder auch auf Abnormit\u00e4ten wie z.\u202fB. entstehende Krebszellen. In unserem K\u00f6rper gibt es fast st\u00e4ndig Mutationen in unseren Zellen. Diese entstehen, wenn die kontinuierlich auftretenden DNA\u2011Sch\u00e4digungen fehlerhaft repariert und damit auf der DNA \u201eeingebrannt\u201c werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"2688\" height=\"1792\" src=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/mutation.jpg\" alt=\"DNA Mutation\" class=\"wp-image-6320\" srcset=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/mutation.jpg 2688w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/mutation-1280x853.jpg 1280w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/mutation-980x653.jpg 980w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/mutation-480x320.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2688px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Diese sogenannten somatischen Mutationen werden vom Immunsystem dauerhaft \u00fcberwacht und weitestgehend in Schach gehalten. T\u00e4glich entstehen etwa 300 Milliarden Zellen, haupts\u00e4chlich im Blut und in der Darmwand. Bei einem gro\u00dfen Teil aller Zellteilungen (typischerweise &gt; 70 %) entstehen eine oder mehrere somatische Mutationen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>T\u00e4glich bildet der K\u00f6rper 300 Millarden neue Zellen<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die meisten sind neutral und bleiben folgenlos. Klonales Wachstum wird durch Reperatur- und Kontrollmechanismen begrenzt. Das Immunsystem spielt eine wichtige Rolle, kann aber auch nicht routinem\u00e4\u00dfig alle mutierten Zellen eliminieren. Trotzdem kann Krebs nur dann entstehen, wenn die Zellen dem Immunsystem entwischt sind, mehrere besondere Mutationen tragen und eine Vervielf\u00e4ltigung erfolgen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Wird nun die Haut mit Sonne bestrahlt, so erfolgt immer auch eine Sch\u00e4digung der DNA in den Hautzellen. Das ist ein ganz normaler Vorgang, f\u00fcr den K\u00f6rper nichts Aufregendes, und die DNA wird schnell von den Zellsystemen wieder repariert. Gleichzeitig wird aber das Immunsystem etwas abgeschw\u00e4cht, damit es nicht zu Entz\u00fcndungen oder Juckreiz kommt. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese \u201cBremswirkung\u201d ist nicht nur auf der Haut relevant, sondern im ganzen K\u00f6rper messbar. Dies f\u00fchrt aber auch dazu, dass die Krebs- und Viren\u00fcberwachung im K\u00f6rper abnimmt und damit das Krebsrisiko oder ein Erkrankungsrisiko steigt.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Ein Gro\u00dfteil der Zellen im menschlichen K\u00f6rper besitzen Mutationen<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das betrifft in erster Linie die UV-B-Strahlung, die st\u00e4rker als die UV-A-Strahlung ist und vor allem an der Hautoberfl\u00e4che wirkt. Die schw\u00e4chere UV-A-Strahlung dringt hingegen tiefer in den K\u00f6rper ein und verursacht dort oxidativen Stress.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sonne meiden? Nein!<\/h2>\n\n\n\n<p>Daraus den Kehrschluss zu ziehen und die Sonne zu meiden, um das Hautkrebsrisiko zu senken, w\u00e4re aufgrund der vielen positiven Effekte der Sonne absolut falsch. Denn wir haben <strong>W\u00e4chter auf unserer Haut, die uns wahrscheinlich besch\u00fctzen: das Hautmikrobiom<\/strong>. Tiermodelle zeigen, dass die Bakterien sch\u00e4dliche Substanzen, die nach Sonneneinstrahlung eine Immununterdr\u00fcckung bewirken, abbauen k\u00f6nnen und damit den Effekt der Immunsuppression vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was bedeutet das letztendlich?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Sonne erh\u00f6ht die Sch\u00e4den in der DNA der Hautzellen, die aber meist durch Reparaturmechanismen behoben werden. Ebenfalls schw\u00e4cht sie das Immunsystem und steigert das Risiko, dass entartete Zellen mit mehreren unreparierten DNA-Sch\u00e4den, sogenannte Mutationen, nicht erkannt und entfernt werden. Diese Zellen haben das Potenzial, sich zu Krebszellen zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Ein gesundes Hautmikrobiom unterst\u00fctzt dein Immunsystem<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Dennoch: Wer die Sonne meidet, schneidet sich von ihren st\u00e4rksten Heilkr\u00e4ften ab und schw\u00e4cht seine Gesundheit.<\/strong> Ein gesundes Hautmikrobiom kann die Substanzen, die durch die Sonne auf der Haut entstehen und das Immunsystem schw\u00e4chen, wahrscheinlich abbauen, wodurch <strong>gesch\u00e4digte Zellen von der Immunabwehr besser erkannt und eliminiert werden<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Die Sonne beeinflusst unseren K\u00f6rper sowohl positiv als auch negativ. Die Bakterien bieten uns jedoch einen faszinierenden Schutzmechanismus, der es uns erm\u00f6glicht, vor allen von den positiven Eigenschaften der Sonnenstrahlen zu profitieren, w\u00e4hrend die negativen Auswirkungen abgeschw\u00e4cht oder gar eliminiert werden.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sonne, Mikrobiom und Diversit\u00e4t<\/h2>\n\n\n\n<p>Aber es gibt noch mehr Wechselwirkungen zwischen Sonne und Hautmikrobiom. So scheint die Sonne die <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/koerper\/mikrobiom-diversitaet-gesundheit\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/bacteria.de\/koerper\/mikrobiom-diversitaet-gesundheit\/\">Diversit\u00e4t<\/a> des Hautmikrobioms zu erh\u00f6hen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized img-links\"><img decoding=\"async\" width=\"2688\" height=\"1792\" src=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/bacteria-sun.jpeg\" alt=\"Hautmikrobiom und Sonne\" class=\"wp-image-6313\" style=\"width:437px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/bacteria-sun.jpeg 2688w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/bacteria-sun-1280x853.jpeg 1280w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/bacteria-sun-980x653.jpeg 980w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/bacteria-sun-480x320.jpeg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2688px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Je h\u00f6her die Vielfalt, desto st\u00e4rker ist die Hautbarriere. Zum Beispiel nimmt bei Neurodermitis die Vielfalt der Hautbakterien stark ab, sodass sich einzelne Keime wie Staphylococcus aureus verst\u00e4rkt durchsetzen k\u00f6nnen. Diesem Effekt wirkt die Sonne durch die Erh\u00f6hung der Diversit\u00e4t entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich <strong>wirkt die Sonne auch direkt auf sch\u00e4dliche Bakterien<\/strong>. So wird Neurodermitis oder auch Akne mit Lichttherapie behandelt. Wir haben also einen Doppeleffekt: Zum einen werden hautfreundliche Bakterien gef\u00f6rdert und zum anderen pathogene Keime reduziert. Eine regelm\u00e4\u00dfige, aber vern\u00fcnftige Sonnenexposition \u2013 unter Vermeidung von Sonnenbrand \u2013 kann so zur Balance und auch zur Wiederherstellung der normalen und gesunden Hautflora beitragen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Die Sonne unterst\u00fctzt die Diversit\u00e4t des Mikrobioms<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Interessanterweise zeigen Studien, dass k\u00fcnstliche Bestrahlung von Haut bei Menschen mit UV-B nicht nur das Hautmikrobiom g\u00fcnstig ver\u00e4ndern kann, sondern diese Wirkung sogar tief bis in das <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/koerper\/wenn-stress-den-darm-regiert\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/bacteria.de\/koerper\/wenn-stress-den-darm-regiert\/\">Darmmikrobiom<\/a> reicht. Vermutlich wird die Erh\u00f6hung der Diversit\u00e4t des Darmmikrobioms durch einen Anstieg des Vitamin-D-Spiegels getriggert, denn diese Effekte traten vor allem bei Personen mit anf\u00e4nglich niedrigem Vitamin-D-Spiegel auf.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sonnenschutzmittel und Mikrobiom<\/h2>\n\n\n\n<p>Aufgrund der positiven Eigenschaften der Sonne wird deutlich, dass Sonnenschutzmittel vermieden werden sollten, solange die Sonnenstrahlen keinen Sonnenbrand verursachen. Denn <strong>Sonnenschutzmittel schr\u00e4nken nahezu vollst\u00e4ndig die positiven Effekte des Sonnenlichts ein<\/strong>. Aber sie gehen jedoch noch weiter in ihren negativen Eigenschaften: Sie beeinflussen das Hautmikrobiom, indem sie die Vorteile der Mikroorganismen blockieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem enthalten sie antimikrobielle Stoffe, die das Hautmikrobiom sch\u00e4digen k\u00f6nnen. Es gibt zwar \u201cmikrobiomfreundliche\u201c Sonnencreme-Formulierungen, doch der sicherste Weg ist, auf Sonnencremes zu verzichten und trotzdem einen Sonnenbrand zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tipps f\u00fcr den Umgang mit der Sonne<\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. Keine Angst vor der Sonne!<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Sonne zu meiden, ist das Schlechteste, was Du Deinem K\u00f6rper antun kann.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. Vermeide Sonnenbrand.<\/h3>\n\n\n\n<p>Sonnenbrand ist immer ein aggressiver Angriff auf den K\u00f6rper, sowohl auf Deine Zellen als auch auf Dein Hautmikrobiom.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3. Sonnenexposition m\u00f6glichst ungesch\u00fctzt.<\/h3>\n\n\n\n<p>Vermeide Sonnencremes oder anderen Schutz, wenn du sicherstellen kannst, dass du keinen Sonnenbrand bekommst. Der Sonnenbrand kommt nicht so schnell, wie du denkst. Es gibt Apps, die dir die UV-Strahlung anzeigen und eine sichere Aufenthaltszeit ohne zus\u00e4tzlichen Schutz berechnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Dies bedeutet auch, dass <strong>je mehr Hautfl\u00e4che mit der Sonne in Ber\u00fchrung kommt, desto h\u00f6here positive Effekte hast du<\/strong>. Wenn du bekleidet in der Sonne stehst, wird deine Vitamin-D-Produktion nicht angeregt. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nacktsein ist kein Verbrechen, sondern gut f\u00fcr deine Gesundheit.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Trau dich auch mal, nackt in der Sonne spazieren zu gehen, und lasse dich nicht zu sehr von unseren heutigen, \u00fcberaus pr\u00fcden gesellschaftlichen Normen beeinflussen.<br><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4. Vermeide Sonnencremes<\/h3>\n\n\n\n<p>Wenn m\u00f6glich, vermeide das Eincremen mit einer Sonnencreme und die damit verbundenen negativen Wirkungen. Auf Sonnencremes und ihre Auswirkungen auf deine Gesundheit werden wir noch in einem separaten Artikel eingehen. Nat\u00fcrlich ist klar, dass es nicht gut ist, wenn du stundenlang am Strand ohne Schutz heruml\u00e4ufst. Suche rechtzeitig den Schatten, vermeide extreme Sonneneinstrahlung und sch\u00fctze unbedingt die Haut, bevor sie verbrannt wird.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Grunds\u00e4tzlich gilt: So viel Sonne wie m\u00f6glich, aber ohne einen Sonnenbrand.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><br><br>Mehr dazu im Podcast: Hintergr\u00fcnde und Details zu diesem Beitrag<br><\/p>\n\n\n\n<style>\n  .podcast-badges img{\n    width:auto !important;\n    height:auto !important;\n    max-height:44px;              \/* gew\u00fcnschte Button-H\u00f6he *\/\n    display:block;\n  }\n  .podcast-badges{\n    display:flex; gap:16px; flex-wrap:wrap; align-items:center; margin:8px 0;\n  }\n<\/style>\n\n<div class=\"podcast-badges\">\n  <!-- Apple Podcasts -->\n  <a href=\"https:\/\/podcasts.apple.com\/us\/podcast\/sonne-haut-mikrobiom-ist-sonnenstrahlung-sch%C3%A4dlich\/id1821891441?i=1000723249344\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" aria-label=\"Auf Apple Podcasts anh\u00f6ren\">\n    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Listen-to-apple-Podcasts-big.jpeg\" \n         alt=\"Listen on Apple Podcasts\">\n  <\/a>\n\n  <!-- Spotify -->\n  <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/episode\/0dtfVlY4qk9X1ugnnhpKqX?si=-Ojnk3Y2S02HCIthIGFY4Q\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" aria-label=\"Auf Spotify anh\u00f6ren\">\n    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/spotify-2.jpeg\" \n         alt=\"Listen on Spotify\">\n  <\/a>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Weiterf\u00fchrende Literatur und Quellenverzeichnis:<\/h5>\n\n\n\n<p>Cadet, J. &amp; Douki, T. (2011). <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/21494240\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Oxidatively generated damage to DNA by UVA radiation in cells and human skin<\/a>. <em>Photochemical &amp; Photobiological Sciences.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Cancer Council Australia (2022). <a href=\"https:\/\/www.cancer.org.au\/about-us\/policy-and-advocacy\/prevention\/uv-radiation\/related-resources\/sun-protection\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sun protection<\/a>. <em>Policy resource.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Fleury, N. et\u202fal. (2016).<strong> <\/strong><a href=\"https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC5086738\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sun Exposure and Its Effects on Human Health<\/a>. <em>Int. J. Environ. Res. Public Health.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Geldenhuys, S. et\u202fal. (2014). <a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/25342734\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ultraviolet radiation suppresses obesity and symptoms of metabolic syndrome independently of vitamin D in mice<\/a>. <em>Diabetes.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Gilaberte, Y. et\u202fal. (2024). <a href=\"https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC11737011\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Exploring the impact of solar radiation on skin microbiome<\/a>. <em>Photodermatol. Photoimmunol. Photomed.<\/em> (Review)<\/p>\n\n\n\n<p>Heged\u0171s, C. et\u202fal. (2020). <a href=\"https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC7708942\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Cyclobutane pyrimidine dimers from UVB exposure\u2026<\/a>. <em>Mutat. Res.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Liu\/Monaghan et\u202fal. (2018). <a href=\"https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC5959980\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The effects of two different doses of UVA light on nitric oxide metabolites and cardiorespiratory variables<\/a>. <em>Nitric Oxide.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ma, L.Z. et\u202fal. (2022).<strong> <\/strong><a href=\"https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC9036798\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Time spent in outdoor light and dementia risk: UK Biobank<\/a>. <em>BMC Medicine.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nature Reviews Earth &amp; Environment (2022). <a href=\"https:\/\/colab.ws\/articles\/10.1038%2Fs43017-022-00283-y\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The Chicxulub impact and its environmental consequences<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Ong, J.-S. et\u202fal. (2021). <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-020-20368-w\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">A comprehensive re\u2011assessment of vitamin D and cancer via Mendelian randomization<\/a>. <em>Nat. Commun.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Patra, V. et\u202fal. (2019).<strong> <\/strong><a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/31079025\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Resistance to UV\u2011R\u2013induced immunosuppression is regulated by the skin microbiome<\/a>. <em>iScience.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Pfeifer, G.P. (2020).<strong> <\/strong><a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s42764-020-00009-8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mechanisms of UV\u2011induced mutations and skin cancer<\/a>. <em>Cancer Drug Resist.<\/em> (Review)<\/p>\n\n\n\n<p>van der Rhee, H. et\u202fal. (2013).<strong> <\/strong><a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/23237739\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Is prevention of cancer by sun exposure more than just vitamin D?<\/a>. <em>Photochem. Photobiol. Sci.<\/em> (Review)<\/p>\n\n\n\n<p>Weller, R.B. et\u202fal. (2020).<strong> <\/strong><a href=\"https:\/\/www.ahajournals.org\/doi\/10.1161\/JAHA.119.013837\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Incident solar UV radiation and lower systolic BP<\/a>. <em>JAHA.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Licht. Haut. Mikrobiom. Sonne formt unser Mikrobiom, sch\u00fctzt vor Krankheiten und ist lebensnotwendig. Trotzdem gilt sie als Feind. 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