{"id":5943,"date":"2025-05-13T19:59:54","date_gmt":"2025-05-13T17:59:54","guid":{"rendered":"https:\/\/bacteria.de\/?p=5943"},"modified":"2026-02-18T16:45:34","modified_gmt":"2026-02-18T15:45:34","slug":"entstehung-bakterielle-vaginose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bacteria.de\/de\/medizin\/entstehung-bakterielle-vaginose\/","title":{"rendered":"Verlorenes Gleichgewicht"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"entstehung-einer-bakteriellen-vaginose\">Entstehung einer bakteriellen Vaginose<\/h1>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Eine vaginale Dysbiose ist f\u00fcr viele Frauen eine enorme physische und psychische Belastung. Dabei ger\u00e4t die Vaginalflora aus dem Gleichgewicht und ung\u00fcnstige mikrobielle Populationen gewinnen die Oberhand. Wenn die St\u00f6rung fortschreitet, kann sie die Lebensqualit\u00e4t massiv beeintr\u00e4chtigen. Doch wie genau entsteht eine bakterielle Vaginose, und wie l\u00e4sst sie sich wirksam behandeln?<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Laut wissenschaftlichen Studien leiden 5\u201310\u202f% aller Frauen im geb\u00e4rf\u00e4higen Alter in Deutschland an bakterieller Vaginose. Weltweit wird der Anteil sogar auf etwa 25\u202f% gesch\u00e4tzt. Besonders Schwangere in Deutschland sind mit rund 20\u202f% h\u00e4ufig betroffen. Der Leidensdruck ist hoch \u2013 nicht nur wegen k\u00f6rperlicher Beschwerden, sondern auch, weil viele Frauen sich durch die Symptome aus dem sozialen Leben zur\u00fcckziehen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-divi-layout\">[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.27.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.27.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_margin=&#8220;|0px||0px|false|false&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.27.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][pac_divi_table_of_contents title=&#8220;Inhaltsverzeichnis&#8220; exclude_headings_by_class=&#8220;on&#8220; included_headings=&#8220;off|on|off|off|off|off&#8220; level_markers_2=&#8220;decimal&#8220; title_container_bg_color=&#8220;#2DACDC&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_font_font=&#8220;Open Sans||||||||&#8220; title_font_size=&#8220;16px&#8220; heading_all_font=&#8220;Open Sans||||||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; default_state=&#8220;closed&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/pac_divi_table_of_contents][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"was-ist-eine-bakterielle-vaginose\">Was ist eine bakterielle Vaginose?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/de\/koerper\/das-vaginale-mikrobiom\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/bacteria.de\/de\/koerper\/das-vaginale-mikrobiom\/\">bakterielle Vaginose<\/a> <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/tag\/vaginale-mikrobiom\/\" data-type=\"post_tag\" data-id=\"236\"><\/a>ist eine spezielle Form der fortgeschrittenen vaginalen Dysbiose. Dabei ger\u00e4t das Gleichgewicht des vaginalen Mikrobioms aus der Balance und f\u00fcr den K\u00f6rper ung\u00fcnstige mikrobielle Populationen k\u00f6nnen die Oberhand gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/koerper\/das-vaginale-mikrobiom\/\">Vaginalflora<\/a> ist ein fein abgestimmtes Zusammenspiel verschiedener Mikroorganismen, allen voran Laktobazillen, die durch die Senkung des pH-Wertes f\u00fcr eine stabile, sch\u00fctzende Umgebung sorgen. Bei einer bakteriellen Vaginose hingegen dominieren anaerobe Bakterien wie Gardnerella, Prevotella und Atopobium. Auch Hefepilze k\u00f6nnen sich \u00fcberm\u00e4\u00dfig vermehren. Dieses Krankheitsbild bezeichnet man als vulvovaginale Candidose, die durch eine starke Besiedlung mit Candida gekennzeichnet ist. Bakterielle Vaginose und Pilzinfektionen sind unterschiedliche Seiten derselben Medaille \u2013 sie k\u00f6nnen einzeln, nacheinander oder gleichzeitig auftreten.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-wichtigsten-ursachen-einer-bakteriellen-vaginose\">Die wichtigsten Ursachen einer bakteriellen Vaginose<\/h2>\n\n\n\n<p>Bakterielle Vaginose kann durch verschiedenste Faktoren beg\u00fcnstigt werden. Wer diese kennt, kann oft bereits im Vorfeld aktiv gegensteuern und einer Dysbiose vorbeugen<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"1-antibiotika\">1. Antibiotika<\/h3>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/bacteria.de\/medizin\/antibiotika-die-molekularen-atombomben\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/bacteria.de\/medizin\/antibiotika-die-molekularen-atombomben\/\">Breitbandantibiotika<\/a> k\u00f6nnen das bakterielle Gleichgewicht im K\u00f6rper empfindlich st\u00f6ren. Sie zerst\u00f6ren nicht nur die krankheitserregenden Keime, sondern auch die sch\u00fctzenden Bakterien \u2013 etwa die wichtigen Laktobazillen. Dadurch steigt der pH-Wert in der Scheide, das gesunde Milieu kippt, und opportunistische Keime haben leichtes Spiel.<br>Ironischerweise kommen zur Behandlung der bakteriellen Vaginose wiederum Antibiotika zum Einsatz \u2013 ohne begleitenden Aufbau der Flora kann dies zu einem Teufelskreis f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Tipp: Antibiotika nur bei echter Notwendigkeit anwenden. Parallel oder im Anschluss durch gezielte Einnahme von Probiotika die nat\u00fcrliche Flora unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"2-hormonelle-schwankungen\">2. Hormonelle Schwankungen<\/h3>\n\n\n\n<p>\u00d6strogen sorgt daf\u00fcr, dass das Vaginalepithel Glykogen produziert, einen N\u00e4hrstoff, der den Laktobazillen zugutekommt. Sinkt der \u00d6strogenspiegel z.B. durch <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/koerper\/das-spiel-mit-den-hormonen\/\">hormonelle Ver\u00e4nderungen<\/a> vor der Menstruation, nach der Geburt, w\u00e4hrend der Stillzeit oder in der Menopause so fehlt dieser N\u00e4hrboden. Die Laktobazillen ziehen sich zur\u00fcck, da sie weniger N\u00e4hrstoffe vorfinden, der pH-Wert steigt und ung\u00fcnstige Bakterien k\u00f6nnen sich ausbreiten.<br>Interessanterweise scheint hormonelle Verh\u00fctung hier eine gewisse Schutzfunktion zu entfalten: Frauen, die die Pille nehmen, sind Studien zufolge seltener betroffen, da vermutlich der Hormonspiegel stabiler ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Tipp: Auf den \u00d6strogenspiegel achten und bei hormonellen St\u00f6rungen in Absprache mit dem Arzt biodentische Hormone erw\u00e4gen. Diese nat\u00fcrlichen Hormone werden h\u00e4ufig \u00fcber Pflaster transdermal aufgenommen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"3-sexualpartner\">3. Sexualpartner<\/h3>\n\n\n\n<p>Sex allein verursacht keine <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/de\/koerper\/das-vaginale-mikrobiom\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/bacteria.de\/de\/koerper\/das-vaginale-mikrobiom\/\">bakterielle Vaginose.<\/a> Doch wechselnde Partner bedeuten den Kontakt mit unterschiedlichen Mikrobiomen und das kann das eigene Gleichgewicht beeinflussen. Sperma selbst wirkt zudem basisch (pH-Wert ca. 7) und hebt den sauren pH-Wert der Vagina an.<br>Wichtig: Die bakterielle Vaginose ist keine klassische Geschlechtskrankheit, aber fremde Mikroorganismen k\u00f6nnen die Flora destabilisieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"2912\" height=\"1632\" src=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/frau-sitzend.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5949\" style=\"width:919px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/frau-sitzend.jpg 2912w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/frau-sitzend-1280x717.jpg 1280w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/frau-sitzend-980x549.jpg 980w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/frau-sitzend-480x269.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2912px, 100vw\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wechselnde Sexualpartner bedeuten mehr Kontakt mit fremden Mikrobiomen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Tipp: Kondome reduzieren das Risiko einer Dysbiose. Sie verhindern nicht alle Effekte, aber deutlich mehr als ungesch\u00fctzter Verkehr. H\u00e4ufig wechselnde Partner sind nicht problematisch per se, doch ein Bewusstsein f\u00fcr die mikrobiellen Wechselwirkungen hilft. Auch mentale Faktoren wie Angst vor einer Dysbiose oder anderen Erkrankungen beeinflussen das Immunsystem negativ und k\u00f6nnen das Risiko einer bakteriellen Vaginose erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"4-intimhygiene\">4. Intimhygiene<\/h3>\n\n\n\n<p>\u00dcbertriebene Hygiene, insbesondere das Sp\u00fclen der Vagina (\u201eDouching\u201c), richtet mehr Schaden als Nutzen an. Wasser, Seifen oder antiseptische L\u00f6sungen sp\u00fclen sch\u00fctzende Bakterien aus und st\u00f6ren das nat\u00fcrliche Gleichgewicht. Studien belegen, dass Douching mit einer h\u00f6heren Rate an bakterieller Vaginose einhergeht. Auch parf\u00fcmierte Intimpflegeprodukte oder aggressive Waschlotionen sind kontraproduktiv.<br>Die Scheide ist ein selbstreinigendes Organ. Es gen\u00fcgt warmes Wasser \u2013 maximal milde, pH-saure Lotionen f\u00fcr die \u00e4u\u00dfere Vulvazone.<\/p>\n\n\n\n<p>Tipp: Weniger ist mehr. Sanft reinigen \u2013 au\u00dfen, nicht innen \u2013 und keine aggressiven Produkte verwenden. Slipeinlagen sollten unparf\u00fcmiert und atmungsaktiv sein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"5-ernahrung\">5. Ern\u00e4hrung<\/h3>\n\n\n\n<p>Was wir essen, beeinflusst nicht nur unser Darmmikrobiom sondern auch die Vaginalflora reagiert sensibel auf N\u00e4hrstoffe, M\u00e4ngel und \u00dcberma\u00df. Eine unausgewogene, vitamin- und mineralstoffarme Ern\u00e4hrung erh\u00f6ht das Risiko f\u00fcr Dysbiosen. Studien zeigen Zusammenh\u00e4nge zwischen bakterieller Vaginose und einem Mangel an Vitamin A, C, D, E, Beta-Carotin, Fols\u00e4ure oder Calcium.<br>Auch eine zuckerreiche Ern\u00e4hrung, insbesondere mit Lebensmitteln hoher glyk\u00e4mischer Last, wirkt sich negativ aus: Sie beg\u00fcnstigt die Vermehrung von Hefepilzen und verschiebt das mikrobielle Gleichgewicht. Fettreiche Kost scheint ebenfalls einen negativen Einfluss zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Tipp: Eine ballaststoffreiche, pflanzenbetonte Ern\u00e4hrung mit viel Obst und Gem\u00fcse wirkt sch\u00fctzend. Vitamine gezielt erg\u00e4nzen, insbesondere A, C, D und E. Zucker, Alkohol und stark verarbeitete Lebensmittel m\u00f6glichst reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"6-stress-und-psychische-faktoren\">6. Stress und psychische Faktoren<\/h3>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/bacteria.de\/koerper\/wenn-stress-den-darm-regiert\/\">Chronischer Stress<\/a> hat vielf\u00e4ltige Auswirkungen auf den K\u00f6rper \u2013 und auch die Vaginalflora bleibt nicht verschont. Ein dauerhaft erh\u00f6hter Cortisolspiegel schw\u00e4cht das Immunsystem, sodass opportunistische Keime leichter Fu\u00df fassen. Zudem gehen mit Stress h\u00e4ufig ungesunde Begleitfaktoren einher: schlechter Schlaf, unausgewogene Ern\u00e4hrung, mehr Nikotin oder Alkohol. Das sind alles Belastungen f\u00fcr das fragile Gleichgewicht der Flora.<\/p>\n\n\n\n<p>Tipp: Mentale Stabilit\u00e4t, regelm\u00e4\u00dfige Entspannung und gezieltes Stressmanagement st\u00e4rken nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die vaginale Abwehrkraft. Achtsamkeits\u00fcbungen helfen nicht nur, innere Ausgeglichenheit zu f\u00f6rdern, sondern k\u00f6nnen auch die Wahrscheinlichkeit einer bakteriellen Vaginose mindern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"7-umweltfaktoren\">7. Umweltfaktoren<\/h3>\n\n\n\n<p>Auch Umweltgifte k\u00f6nnen das Scheidenmilieu empfindlich st\u00f6ren. Chemikalien in Kosmetika, chlorhaltiges Schwimmbadwasser oder Desinfektionsmittel im Intimbereich beeintr\u00e4chtigen die mikrobielle Balance. Selbst Zigarettenrauch wirkt nachweislich negativ auf die Flora.<\/p>\n\n\n\n<p>Tipp: Auf atmungsaktive Baumwollunterw\u00e4sche achten und synthetische Stoffe m\u00f6glichst meiden. Nach dem Schwimmen nasse Kleidung schnell wechseln. Gechlorte B\u00e4der nur in Ma\u00dfen nutzen, denn weniger ist oft mehr.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"warum-kehrt-eine-bakterielle-vaginose-so-haufig-zuruck\">Warum kehrt eine bakterielle Vaginose so h\u00e4ufig zur\u00fcck?<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"2912\" height=\"1632\" src=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/frau-dunkle-wand2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5952\" style=\"width:924px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/frau-dunkle-wand2.jpg 2912w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/frau-dunkle-wand2-1280x717.jpg 1280w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/frau-dunkle-wand2-980x549.jpg 980w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/frau-dunkle-wand2-480x269.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2912px, 100vw\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die bakterielle Vaginose kann oftmals wieder zur\u00fcckkehren.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>F\u00fcr viele Frauen ist die <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/de\/koerper\/das-vaginale-mikrobiom\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/bacteria.de\/de\/koerper\/das-vaginale-mikrobiom\/\">bakterielle Vaginose<\/a> besonders frustrierend, weil sie trotz erfolgreicher Behandlung immer wieder auftritt. Tats\u00e4chlich erleben 50\u201380\u202f% der Betroffenen innerhalb von 6 bis 12 Monaten nach einer Standardtherapie mit Antibiotika einen R\u00fcckfall. Der Grund: Oft wird lediglich das akute Ungleichgewicht behandelt aber nicht die zugrunde liegenden Ursachen. Die gesunde Vaginalflora kann sich ohne gezielte Unterst\u00fctzung nur schwer und oft nicht dauerhaft regenerieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt, dass bestimmte Erreger, allen voran Gardnerella vaginalis, auf der Vaginalschleimhaut widerstandsf\u00e4hige Biofilme bilden. Diese sch\u00fctzen die Bakterien vor der vollst\u00e4ndigen Elimination durch Antibiotika. Selbst wenn nur wenige \u00fcberleben, reichen sie aus, um erneut eine Dysbiose zu provozieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Problem ist die Wiederbesiedlung nach der Therapie. Die Laktobazillen m\u00fcssen rasch und in ausreichender Zahl zur\u00fcckkehren, um das bakterielle Gleichgewicht zu stabilisieren. Doch h\u00e4ufig kehrt als Pionierbesiedler zuerst Lactobacillus iners zur\u00fcck, eine Art, die zwar schnell da ist, aber nicht so effektiv sch\u00fctzt wie etwa L. crispatus. Das hei\u00dft, dass, obwohl die Vagina mit Laktobazillen besiedelt ist, es oft die falschen sind, die kein dauerhaftes Gleichgewicht gew\u00e4hrleisten. Der schnell wachsende L. iners besetzt die Nische, verhindert, dass andere Lactobacillus-Arten sich ansiedeln, generiert aber nur eine instabile Flora, die schnell aus dem Gleichgewicht geraten kann. Dieses Ph\u00e4nomen, dass L. iners nach der Behandlung dominiert, scheint auch der Grund zu sein, warum bakterielle Vaginose oft schwer heilbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-wichtige-rolle-des-sexualpartners\">Die wichtige Rolle des Sexualpartners<\/h2>\n\n\n\n<p>Auch der Sexualpartner kann eine Rolle spielen. Viele M\u00e4nner tragen Gardnerella oft symptomlos auf der Penisschleimhaut. Dies kann zu einem sogenannten \u201ePing-Pong-Effekt\u201c f\u00fchren, d.h. trotz Behandlung kommt es zur erneuten \u00dcbertragung. Doch selbst das routinem\u00e4\u00dfige Mitbehandeln des Partners zeigt meist keinen positiven Effekt, weil Gardnerella auf dem Penis schnell wieder die \u00dcberhand gewinnt und auf die Vagina \u00fcbertragen wird, noch bevor diese vollst\u00e4ndig mit den richtigen Laktobazillen bewachsen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>In vielen F\u00e4llen ist daher auch nach einer Mitbehandlung des Partners f\u00fcr einige Zeit die Nutzung von Kondomen zu bevorzugen, damit sich die Laktobazillen-Flora in Ruhe regenerieren kann, ohne von Gardnerella wieder bedr\u00e4ngt zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist die klassische Antibiotikabehandlung kritisch zu betrachten. Sie beseitigt selten alle Bakterien restlos. \u00dcberlebende Keime k\u00f6nnen sich schnell wieder vermehren. Aber auch im Falle einer restlosen Eradikation ist die Wiederbesiedelung ein Gl\u00fccksspiel und h\u00e4ngt von vielen Faktoren ab.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"3072\" height=\"1536\" src=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/antibiotika-gleichgewicht.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5954\" style=\"width:920px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/antibiotika-gleichgewicht.jpeg 3072w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/antibiotika-gleichgewicht-1280x640.jpeg 1280w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/antibiotika-gleichgewicht-980x490.jpeg 980w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/antibiotika-gleichgewicht-480x240.jpeg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 3072px, 100vw\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Eine Antibiotikatherapie kann radikal das Gleichgewicht der vaginalen Flora zerst\u00f6ren.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>So kann schon eine erneute Antibiotikabehandlung wegen einer ganz anderen Symptomatik, wie z.\u202fB. wegen einer Zahnbehandlung, die Laktobazillen wieder schw\u00e4chen. Aber auch chronischer Stress im Job l\u00e4sst das beginnende, noch zarte Gleichgewicht schnell wieder kippen. Zudem macht die bakterielle Vaginose die Vagina anf\u00e4lliger f\u00fcr Pilzinfektionen, deren Behandlung dann wiederum eine bakterielle Vaginose zur Folge hat.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"das-dilemma-der-arzte\">Das Dilemma der \u00c4rzte<\/h2>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt: Viele Diagnostikverfahren sind veraltet. Standardkulturen \u00fcbersehen oft relevante Erreger, sodass Therapien ins Leere laufen. Neue Diagnostiktools jedoch k\u00f6nnen helfen, auch schwer detektierbare Besiedler nachzuweisen. Sie werden aber nur in wenigen F\u00e4llen vom behandelnden Arzt eingesetzt. Stattdessen wird eine \u201eOne-size-fits-all\u201c-L\u00f6sung empfohlen, die f\u00fcr viele Frauen unzureichend ist. Dies geschieht oft aus Gr\u00fcnden des Zeitmangels, der Unkenntnis von den neuen Methoden, der \u201eSo-haben-wir-es-schon-immer-gemacht\u201c-Verhaltensweise und auch aus abrechnungstechnischen Gr\u00fcnden. Der Arzt ist befindet sich oft in einem Dilemma: Er muss schnell und kosteng\u00fcnstig eine L\u00f6sung liefern, aber die bakterielle Vaginose erfordert nun mal eine tiefergehende Beratung, eine detailliertere Analyse und komplexere Behandlung.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"fazit\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/de\/koerper\/das-vaginale-mikrobiom\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/bacteria.de\/de\/koerper\/das-vaginale-mikrobiom\/\">bakterielle Vaginos<\/a>e ist eine Herausforderung, aber nicht unl\u00f6sbar. Mit Geduld, pr\u00e4ziser Diagnostik und einem ganzheitlichen, auf die individuellen Ursachen abgestimmten Ansatz kann sie nachhaltig behandelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/bacteria.de\/de\/medizin\/bakterielle-vaginose-behandlung\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/bacteria.de\/de\/medizin\/bakterielle-vaginose-behandlung\/\">HIER<\/a> zeigen wir dir, wie du deine Vaginalflora langfristig stabilisieren und in ein gesundes Gleichgewicht zur\u00fcckf\u00fchren kannst.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons alignfull is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-fill\"><a class=\"wp-block-button__link has-pale-cyan-blue-background-color has-background wp-element-button\" href=\"https:\/\/bacteria.de\/de\/koerper\/das-vaginale-mikrobiom\/\">ALLES ZUM VAGINALEN MIKROBIOM<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"quellenverzeichnis-und-weiterfuhrende-literatur\">Quellenverzeichnis und weiterf\u00fchrende Literatur<\/h3>\n\n\n\n<p>Han, Y., Liu, Z., &amp; Chen, T. (2021). Role of vaginal microbiota dysbiosis in gynecological diseases and the potential interventions. <em>Frontiers in Microbiology, 12<\/em>, 643422. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3389\/fmicb.2021.643422\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.3389\/fmicb.2021.643422<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Lehtoranta, L., Ala-Jaakkola, R., Laitila, A., &amp; Maukonen, J. (2022). Healthy vaginal microbiota and influence of probiotics across the female life span. <em>Frontiers in Microbiology, 13<\/em>, 819958. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3389\/fmicb.2022.819958\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.3389\/fmicb.2022.819958<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Liu, P., Lu, Y., Li, R., &amp; Chen, X. (2023). Use of probiotic lactobacilli in the treatment of vaginal infections: In vitro and in vivo investigations. <em>Frontiers in Cellular and Infection Microbiology, 13<\/em>, 1153894. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3389\/fcimb.2023.1153894\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.3389\/fcimb.2023.1153894<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Moore, K. H., Ognenovska, S., Chua, X.-Y., Chen, Z., Hicks, C., El-Assaad, F., te West, N., &amp; El-Omar, E. (2024). Change in microbiota profile after vaginal estriol cream in postmenopausal women with stress incontinence. <em>Frontiers in Microbiology, 15<\/em>, 1302819. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3389\/fmicb.2024.1302819\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.3389\/fmicb.2024.1302819<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Morsli, M., Gimenez, E., Magnan, C., Salipante, F., Huberlant, S., Letouzey, V., &amp; Lavigne, J.-P. (2024). The association between lifestyle factors and the composition of the vaginal microbiota: A review. <em>European Journal of Clinical Microbiology &amp; Infectious Diseases, 43<\/em>, 1869\u20131881. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s10096-024-04915-7\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1007\/s10096-024-04915-7<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Reid, G. (2018). Promising prebiotic candidate established by evaluation of lactitol, lactulose, raffinose, and oligofructose for maintenance of a Lactobacillus-dominated vaginal microbiota. <em>Applied and Environmental Microbiology, 84<\/em>(5), e02200-17. https:\/\/doi.org\/10.1128\/AEM.02200-17<\/p>\n\n\n\n<p>Valeriano, V. D., Lahtinen, E., Hwang, I.-C., Zhang, Y., Du, J., &amp; Schuppe-Koistinen, I. (2024). Vaginal dysbiosis and the potential of vaginal microbiome-directed therapeutics. <em>Frontiers in Microbiomes, 3<\/em>, 1363089. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3389\/frmbi.2024.1363089\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.3389\/frmbi.2024.1363089<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie entsteht eine bakterielle Vaginose? Warum ist die Behandlung f\u00fcr betroffene Frauen oft frustrierend? 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