{"id":4903,"date":"2024-08-22T17:24:07","date_gmt":"2024-08-22T15:24:07","guid":{"rendered":"https:\/\/bacteria.de\/?p=4903"},"modified":"2024-10-12T02:59:16","modified_gmt":"2024-10-12T00:59:16","slug":"das-spiel-mit-den-hormonen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bacteria.de\/de\/koerper\/das-spiel-mit-den-hormonen\/","title":{"rendered":"Das Spiel mit den Hormonen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wie-mikroorganismen-die-geschlechtshormone-steuern\">Wie Mikroorganismen die Geschlechtshormone steuern<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Das Mikrobiom, die komplexe Gemeinschaft aus <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/allgemein\/wir-sind-bakterien\/\">Billionen von Bakterien und Viren<\/a>, spielt eine entscheidende Rolle in vielen Aspekten unserer Gesundheit \u2013 von der Verdauung \u00fcber das Immunsystem bis hin zur Gehirnfunktion.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenfalls ist das Mikrobiom auch eng mit den Geschlechtshormonen verbunden und beeinflusst dadurch m\u00f6glicherweise entscheidend die Entstehung von Krankheiten wie Eierstockkrebs, Osteoporose oder dem polyzystischem Ovarialsyndrom.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-die-faszinierende-verbindung-zwischen-mikrobiom-und-hormonen\">Die faszinierende Verbindung zwischen Mikrobiom und Hormonen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Forschung zeigt, dass es eine bidirektionale Beziehung zwischen dem Darmmikrobiom und unseren Geschlechtshormonen gibt. Das bedeutet, dass nicht nur Hormone die Zusammensetzung des Mikrobioms beeinflussen, sondern dass das Mikrobiom selbst auch aktiv den Hormonspiegel im K\u00f6rper reguliert. Diese Wechselwirkung ist ein bemerkenswertes Beispiel daf\u00fcr, wie tiefgreifend die Verbindung zwischen den Mikroorganismen und dem Menschen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Beispielsweise wurde beobachtet, dass das Mikrobiom bei M\u00e4nnern und Frauen unterschiedlich zusammengesetzt ist. Studien an M\u00e4usen und Menschen haben gezeigt, dass Testosteron, \u00d6strogen und Progesteron \u2013 die Hauptgeschlechtshormone \u2013 die Vielfalt und Zusammensetzung der Darmbakterien beeinflussen k\u00f6nnen. Bei M\u00e4nnern wurden h\u00f6here Mengen bestimmter Bakterienfamilien wie Bacteroidaceae gefunden, w\u00e4hrend bei Frauen andere Bakteriengruppen dominieren. Diese geschlechtsspezifische Zusammensetzung ist von enormer Bedeutung, da sie erkl\u00e4ren k\u00f6nnte, warum bestimmte Krankheiten bei M\u00e4nnern und Frauen unterschiedlich h\u00e4ufig auftreten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-das-weibliche-mikrobiom\">Das weibliche Mikrobiom<\/h2>\n\n\n\n<p>Im Folgenden soll der Schwerpunkt auf das weibliche Mikrobiom und dessen Korrelation zu hormonell bedingten Krankheiten bei Frauen gesetzt werden und wie die Gesundheit in die eigene Hand genommen werden kann.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"5556\" height=\"3704\" src=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/woman-victory.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4910\" srcset=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/woman-victory.jpeg 5556w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/woman-victory-1280x853.jpeg 1280w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/woman-victory-980x653.jpeg 980w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/woman-victory-480x320.jpeg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 5556px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-frauen-und-osteoporose\">Frauen und Osteoporose<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr eine hormonell bedingte Krankheit ist die postmenopausale Osteoporose. Diese Form des Knochenschwunds, die bei Frauen nach den Wechseljahren auftritt, wird durch den Abfall des \u00d6strogenspiegels ausgel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00d6strogen spielt eine wichtige Rolle im Knochenstoffwechsel, indem es den Knochenabbau hemmt und den Knochenaufbau f\u00f6rdert. Mit dem R\u00fcckgang des \u00d6strogens steigt die Aktivit\u00e4t der Osteoklasten, die Knochen abbauen, w\u00e4hrend die Aktivit\u00e4t der Osteoblasten, die Knochen aufbauen, sinkt. Dies f\u00fchrt zu einem Ungleichgewicht, bei dem mehr Knochen abgebaut als neu gebildet werden, was die Knochendichte verringert und das Risiko f\u00fcr Knochenbr\u00fcche erh\u00f6ht.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessanterweise scheint dabei das Darmmikrobiom eine zentrale Rolle zu spielen. Bei Versuchen an M\u00e4usen konnte gezeigt werden, dass eine gest\u00f6rte Mikrobiota den Knochenschwund verst\u00e4rkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bestimmte Bakterien k\u00f6nnen im Darm inaktives \u00d6strogen \u00fcber spezielle Enzyme (Beta-Glucuronidase) ver\u00e4ndern, sodass es reaktiviert und in den Blutkreislauf neu aufgenommen werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt ist die Diversit\u00e4t und Ausgewogenheit des Mikrobioms f\u00fcr eine optimale Hormonregulation wichtig. Bei einem stark ver\u00e4nderten Mikrobiom (Dysbiose) kann zudem die Darmbarriere gest\u00f6rt sein und Substanzen in den Blutkreislauf geraten, die Entz\u00fcndungen ausl\u00f6sen. Diese entz\u00fcndlichen Prozesse wiederum f\u00fchren letztendlich zu einer Steigerung der Aktivit\u00e4t der Osteoklasten und damit zu einem verst\u00e4rkten Knochenabbau.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein gesundes und diverses Mikrobiom kann daher den Knochenschwund stoppen oder zumindest verlangsamen. Die Aufnahme von speziellen Probiotika k\u00f6nnte zus\u00e4tzlich v\u00f6llig neue Perspektiven f\u00fcr die Pr\u00e4vention und Behandlung von Osteoporose \u00f6ffnen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-frauen-und-polyzystisches-ovarialsyndrom\">Frauen und polyzystisches Ovarialsyndrom<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein weiteres spannendes Feld ist das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), eine weit verbreitete Hormonst\u00f6rung bei Frauen im geb\u00e4rf\u00e4higen Alter. Frauen mit PCOS leiden h\u00e4ufig unter Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten im Menstruationszyklus, \u00dcbergewicht und einer erh\u00f6hten Produktion von Androgenen, den m\u00e4nnlichen Geschlechtshormonen. Aktuelle Forschungen legen nahe, dass Frauen mit PCOS eine wesentlich geringere Diversit\u00e4t des Darmmikrobioms aufweisen als gesunde Frauen. Eine gest\u00f6rte Darmflora k\u00f6nnte daher zur Insulinresistenz und den erh\u00f6hten Androgenspiegeln beitragen, die f\u00fcr PCOS charakteristisch sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch hier kann ein gesundes Mikrobiom helfen und die Symptome von PCOS lindern.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-frauen-und-eierstockkrebs\">Frauen und Eierstockkrebs<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine der wohl \u00fcberraschendsten Erkenntnisse ist die m\u00f6gliche Verbindung zwischen dem Darmmikrobiom und Eierstockkrebs. Eierstockkrebs ist eine der t\u00f6dlichsten gyn\u00e4kologischen Krebserkrankungen, und die genauen Ursachen sind noch nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass das Mikrobiom eine Rolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten dieser Krankheit spielen k\u00f6nnte. Bakterien k\u00f6nnen zu einer zu starken Zunahme von \u00d6strogenen f\u00fchren und auf diese Weise das Wachstum von Eierstocktumoren f\u00f6rdern. Wie oben bereits dargestellt, geschieht das \u00fcber die Reaktivierung von inaktivem \u00d6strogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier zeigt sich sehr deutlich, dass nur ein ausgewogenes Gleichgewicht von \u00d6strogen gesund f\u00fcr den K\u00f6rper ist. W\u00e4hrend ein Zuviel an \u00d6strogenen Eierstocktumore f\u00f6rdern kann, verursacht ein Zuwenig an \u00d6strogen wiederum Osteoporose. Dies wiederum bedingt ein ausgewogenes Gleichgewicht im Mikrobiom.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberdies gibt es Hinweise darauf, dass das Darmmikrobiom die Wirksamkeit von Chemotherapeutika wie Cyclophosphamid beeinflussen k\u00f6nnte. Bei M\u00e4usen f\u00fchrte eine gest\u00f6rte Darmflora dazu, dass die Behandlung weniger effektiv war. Dies deutet darauf hin, dass eine gesunde Darmflora nicht nur zur Pr\u00e4vention, sondern auch zur Verbesserung der Krebsbehandlung beitragen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wir-haben-es-selbst-in-der-hand\">Wir haben es selbst in der Hand<\/h2>\n\n\n\n<p>Auch wenn hier der Schwerpunkt auf das weibliche Mikrobiom gelegt wurde, so gilt dies im gleichen Ma\u00dfe auch f\u00fcr die M\u00e4nner. Die Erkenntnisse \u00fcber die Verbindung zwischen dem Darmmikrobiom und den Geschlechtshormonen er\u00f6ffnen spannende neue M\u00f6glichkeiten in der Medizin, aber auch in der selbstverantwortlichen Vorsorge. Durch das Verst\u00e4ndnis dieser komplexen Wechselwirkungen k\u00f6nnten prinzipiell zuk\u00fcnftige Therapien entwickelt werden, die auf die Modulation des Mikrobioms abzielen, um hormonelle Ungleichgewichte zu korrigieren und geschlechtshormonabh\u00e4ngige Krankheiten zu behandeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Es zeigt sich aber auch ganz besonders \u2013 und das ist die wirklich gute Nachricht \u2013, dass Investitionen in das eigene Mikrobiom, in Form von <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/medizin\/bewegung-fuer-die-darmbakterien\/\">ausreichender Bewegung<\/a>, gesunder Ern\u00e4hrung und <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/koerper\/wenn-stress-den-darm-regiert\/\">stressabbauenden Aktivit\u00e4ten<\/a>, sich definitiv bezahlt machen. Krankheiten k\u00f6nnen dadurch bek\u00e4mpft oder auch ganz vermieden werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Jeder kann damit aus der passiven Rolle ausbrechen und sich stattdessen aktiv und erfolgreich um seine Gesundheit k\u00fcmmern. (JS)<\/p>\n\n\n\n<p>_________________________________________________<\/p>\n\n\n\n<p>Weiterf\u00fchrende Literatur \/ Quellen:<\/p>\n\n\n\n<p>He S, Li H, Yu Z, Zhang F, Liang S, Liu H, Chen H and L\u00fc M (2021) The Gut Microbiome and Sex Hormone-<br>Related Diseases. Front. Microbiol. 12:711137.<br><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3389\/fmicb.2021.711137\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.3389\/fmicb.2021.711137<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Bildmaterial:<\/p>\n\n\n\n<p>Header: \u00a9 markin; <a href=\"https:\/\/depositphotos.com\/photo\/happy-woman-on-picnic-in-wheat-field-8638380.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.depositphotos.com<\/a>; Text: \u00a9 katerynakon &#8211; <a href=\"https:\/\/depositphotos.com\/photo\/rod-shaped-bacteria-123070692.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.depositphotos.com<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Mikrobiom steht in direkter Wechselwirkung mit Geschlechtshormonen und damit in Verbindung mit hormonell verursachten Krankheiten.<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":4975,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"off","_et_pb_old_content":"<!-- wp:heading {\"level\":1} -->\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-das-spiel-mit-den-hormonen-wie-mikroorganismen-die-geschlechtshormone-steuern\">Das Spiel mit den Hormonen: Wie Mikroorganismen die Geschlechtshormone steuern<\/h1>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:quote -->\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><!-- wp:paragraph -->\n<p>Das Mikrobiom, die komplexe Gemeinschaft aus <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/allgemein\/wir-sind-bakterien\/\">Billionen von Bakterien und Viren<\/a>, spielt eine entscheidende Rolle in vielen Aspekten unserer Gesundheit \u2013 von der Verdauung \u00fcber das Immunsystem bis hin zur Gehirnfunktion.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Ebenfalls ist das Mikrobiom auch eng mit den Geschlechtshormonen verbunden und beeinflusst dadurch m\u00f6glicherweise entscheidend die Entstehung von Krankheiten wie Eierstockkrebs, Osteoporose oder dem polyzystischem Ovarialsyndrom.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph --><\/blockquote>\n<!-- \/wp:quote -->\n\n<!-- wp:heading -->\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-die-faszinierende-verbindung-zwischen-mikrobiom-und-hormonen\">Die faszinierende Verbindung zwischen Mikrobiom und Hormonen<\/h2>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Die Forschung zeigt, dass es eine bidirektionale Beziehung zwischen dem Darmmikrobiom und unseren Geschlechtshormonen gibt. 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Frauen mit PCOS leiden h\u00e4ufig unter Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten im Menstruationszyklus, \u00dcbergewicht und einer erh\u00f6hten Produktion von Androgenen, den m\u00e4nnlichen Geschlechtshormonen. Aktuelle Forschungen legen nahe, dass Frauen mit PCOS eine wesentlich geringere Diversit\u00e4t des Darmmikrobioms aufweisen als gesunde Frauen. Eine gest\u00f6rte Darmflora k\u00f6nnte daher zur Insulinresistenz und den erh\u00f6hten Androgenspiegeln beitragen, die f\u00fcr PCOS charakteristisch sind.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Auch hier kann ein gesundes Mikrobiom helfen und die Symptome von PCOS lindern.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:heading {\"level\":3} -->\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-frauen-und-eierstockkrebs\">Frauen und Eierstockkrebs<\/h3>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Eine der wohl \u00fcberraschendsten Erkenntnisse ist die m\u00f6gliche Verbindung zwischen dem Darmmikrobiom und Eierstockkrebs. Eierstockkrebs ist eine der t\u00f6dlichsten gyn\u00e4kologischen Krebserkrankungen, und die genauen Ursachen sind noch nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass das Mikrobiom eine Rolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten dieser Krankheit spielen k\u00f6nnte. Bakterien k\u00f6nnen zu einer zu starken Zunahme von \u00d6strogenen f\u00fchren und auf diese Weise das Wachstum von Eierstocktumoren f\u00f6rdern. Wie oben bereits dargestellt, geschieht das \u00fcber die Reaktivierung von inaktivem \u00d6strogen.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Hier zeigt sich sehr deutlich, dass nur ein ausgewogenes Gleichgewicht von \u00d6strogen gesund f\u00fcr den K\u00f6rper ist. W\u00e4hrend ein Zuviel an \u00d6strogenen Eierstocktumore f\u00f6rdern kann, verursacht ein Zuwenig an \u00d6strogen wiederum Osteoporose. Dies wiederum bedingt ein ausgewogenes Gleichgewicht im Mikrobiom.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>\u00dcberdies gibt es Hinweise darauf, dass das Darmmikrobiom die Wirksamkeit von Chemotherapeutika wie Cyclophosphamid beeinflussen k\u00f6nnte. 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Durch das Verst\u00e4ndnis dieser komplexen Wechselwirkungen k\u00f6nnten prinzipiell zuk\u00fcnftige Therapien entwickelt werden, die auf die Modulation des Mikrobioms abzielen, um hormonelle Ungleichgewichte zu korrigieren und geschlechtshormonabh\u00e4ngige Krankheiten zu behandeln.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Es zeigt sich aber auch ganz besonders \u2013 und das ist die wirklich gute Nachricht \u2013, dass Investitionen in das eigene Mikrobiom, in Form von <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/medizin\/bewegung-fuer-die-darmbakterien\/\">ausreichender Bewegung<\/a>, gesunder Ern\u00e4hrung und <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/koerper\/wenn-stress-den-darm-regiert\/\">stressabbauenden Aktivit\u00e4ten<\/a>, sich definitiv bezahlt machen. Krankheiten k\u00f6nnen dadurch bek\u00e4mpft oder auch ganz vermieden werden.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Jeder kann damit aus der passiven Rolle ausbrechen und sich stattdessen aktiv und erfolgreich um seine Gesundheit k\u00fcmmern. (JS)<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>_________________________________________________<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Weiterf\u00fchrende Literatur \/ Quellen:<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>He S, Li H, Yu Z, Zhang F, Liang S, Liu H, Chen H and L\u00fc M (2021) The Gut Microbiome and Sex Hormone-<br>Related Diseases. Front. Microbiol. 12:711137.<br><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3389\/fmicb.2021.711137\">https:\/\/doi.org\/10.3389\/fmicb.2021.711137<\/a><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Bildmaterial:<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Header: \u00a9 markin; <a href=\"https:\/\/depositphotos.com\/photo\/happy-woman-on-picnic-in-wheat-field-8638380.html\">www.depositphotos.com<\/a>; Text: \u00a9 katerynakon - <a href=\"https:\/\/depositphotos.com\/photo\/rod-shaped-bacteria-123070692.html\">www.depositphotos.com<\/a><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[43],"tags":[53,84,85,49,86],"class_list":["post-4903","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-koerper","tag-darmgesundheit","tag-geschlechtshormone","tag-hormone","tag-mikrobiom-forschung","tag-oestrogen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4903","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4903"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4903\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4975"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4903"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4903"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4903"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}