{"id":4319,"date":"2022-01-17T13:41:52","date_gmt":"2022-01-17T12:41:52","guid":{"rendered":"https:\/\/bacteria.de\/?p=4319"},"modified":"2026-02-18T16:50:14","modified_gmt":"2026-02-18T15:50:14","slug":"antibiotika-die-molekularen-atombomben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bacteria.de\/de\/medizin\/antibiotika-die-molekularen-atombomben\/","title":{"rendered":"Antibiotika &#8211; die molekularen Atombomben"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-antibiotika-die-molekularen-atombomben\">Antibiotika &#8211; die molekularen Atombomben<\/h1>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Als 1928 Alexander Fleming das Antibiotikum entdeckt hatte, da wusste er noch nicht, dass er wissenschaftlich umgesetzt hatte, was bereits die alten \u00c4gypter, Chinesen und Indianer lange vor ihm gewusst hatten. Die heilende Wirkung von Schimmelpilzen war ihnen bereits bekannt gewesen und sie hatten damit Wunden eingerieben, um sie heilen zu lassen. Alexander Fleming hatte die bakterienabt\u00f6tende Kraft des Schimmelpilzes&nbsp;<em>Penicillium notatum<\/em> entdeckt und nach einigen Anlaufschwierigkeiten starteten die Antibiotika ihren Siegeszug um die ganze Welt.&nbsp;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Mit den Antibiotika wurde es zum ersten Mal gezielt m\u00f6glich, die gro\u00dfen Seuchen unserer Zeit zu bek\u00e4mpfen: alle bakterienbasierten Krankheiten verloren auf einmal ihren unheilvollen Schrecken. Sei es Cholera, Pest oder Lepra &#8211; Infektionen die Jahrtausende zuvor t\u00f6dlich verlaufen waren, konnten auf einmal geheilt werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-divi-layout\">[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.27.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.27.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_margin=&#8220;|0px||0px|false|false&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.27.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][pac_divi_table_of_contents title=&#8220;Inhaltsverzeichnis&#8220; exclude_headings_by_class=&#8220;on&#8220; included_headings=&#8220;off|on|off|off|off|off&#8220; level_markers_2=&#8220;decimal&#8220; title_container_bg_color=&#8220;#2DACDC&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_font_font=&#8220;Open Sans||||||||&#8220; title_font_size=&#8220;16px&#8220; heading_all_font=&#8220;Open Sans||||||||&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; default_state=&#8220;closed&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/pac_divi_table_of_contents][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-wirkungsweise-von-antibiotika\">Die Wirkungsweise von Antibiotika<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Wirkung von Antibiotika basiert jeweils auf einem von drei Mechanismen:<\/p>\n\n\n\n<p>A. Antibiotika greifen in die Zellwandsynthese der Bakterien ein und unterdr\u00fccken somit deren Wachstum.<\/p>\n\n\n\n<p>B. Antibiotika k\u00f6nnen die Proteinsynthese der Bakterien beeinflussen und verhindern, dass Enzyme und Zellbausteine produziert werden, welche f\u00fcr Wachstum und Zellteilung ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>C. Antibiotika greifen direkt in die Zellteilung der Bakterien ein.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"modifikationen-der-antibiotika-wurden-notwendig\">Modifikationen der Antibiotika wurden notwendig<\/h2>\n\n\n\n<p>Die heutigen Antibiotika sind in der Regel keine reinen Naturprodukte mehr, sondern haben k\u00fcnstliche hinzugef\u00fcgte chemische Modifikationen. Viele Antibiotika sind mittlerweile sogar rein synthetischen Produkte und sind gem\u00e4\u00df der urspr\u00fcnglichen Definition \u00fcberhaupt keine Antibiotika mehr. Was sie jedoch eint ist ihre antibakterielle Wirkung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Modifikationen wurden notwendig um m\u00f6glichst lange im Wettrennen mit den Bakterien bestehen zu k\u00f6nnen. Wo ein Antibiotikum ist, da wird es auch eine Resistenz geben. Durch die kurzen Generationszeiten der Bakterien, also der Zeit, die ein Bakterium ben\u00f6tigt um sich zu verdoppeln und die im k\u00fcrzesten Fall 15-20 min betragen kann, ist die Chance gro\u00df, dass eine Mutation eingef\u00fchrt wird, die dem Bakterium bei einem antibiotischen Selektionsdruck einen Vorteil gibt. Es kann sich trotz des Antibiotikums weiter vermehren und ist nun der Tr\u00e4ger einer Resistenz. Wenn ein Keim resistent ist, dann ist es der Tr\u00e4ger einer genetischen Information, die f\u00fcr ein Protein codiert, welches den Mikroorganismus nicht mehr anf\u00e4llig f\u00fcr dieses Antibiotikum macht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><br>Bei einer Behandlung kann dies zu massiven Problemen f\u00fchren. So l\u00e4sst sich eine erhaltene Infektion in vielen F\u00e4llen aufgrund der Resistenzen nicht mehr mit Antibiotika behandeln. Zus\u00e4tzlich kann eine vor allen in Krankenh\u00e4user erworbene Infektion mit antibiotikaresistenten Keimen zu schwerwiegenden Problemen f\u00fchren. Methicillin-resistente Staphylococcus aureus Keime (MRSA) sind ein Beispiel daf\u00fcr. Eine Infektion mit diesen resistenten Mikroorganismen kann in vielen F\u00e4llen nicht mehr erfolgreich behandelt werden und f\u00fchrt zum Tod durch multiples Organversagen. Eine harmlose Knie- und H\u00fcftoperation kann dann schnell ins Grab f\u00fchren &#8211; ohne dass urspr\u00fcnglich ein gef\u00e4hrliche Indikation vorgelegen h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"antibiotika-resistenzen-nehmen-weltweit-zu\">Antibiotika-Resistenzen nehmen weltweit zu<\/h2>\n\n\n\n<p>Diese Resistenzen, die entweder direkt auf in dem Bakterienchromosom verankert sind oder auf einem Plasmid, also einem genetischen Element, welches nicht Teil des eigentlichen Bakterienchromosoms ist, k\u00f6nnen vermehrt und auch weitergegeben werden. W\u00e4chst und teilt sich das Bakterium, k\u00f6nnen sehr schnell aus einer Zelle, die das Resistenzgen tr\u00e4gt, Millionen oder gar Milliarden von Zellen werden. Konnte das einzelne Bakterium mit dem Resistenzgen keinen Schaden anrichten, so k\u00f6nnen es Millionen oder gar Millarden von Bakterien durchaus. Ist diese Resistenz auf einem pathogenen, also krankheitsmachenden Bakterium zu finden, so kann sich das Bakterium bei einer Infektion ausbreiten, ohne von dem entsprechenden Antibiotikum bek\u00e4mpft werden zu k\u00f6nnen. Resistenzen sind als ein echtes Problem, welches weltweit kontinuierlich zunimmt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/AdobeStock_272341747-1024x683.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4334\" srcset=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/AdobeStock_272341747-980x653.jpeg 980w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/AdobeStock_272341747-480x320.jpeg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"was-sind-die-grunde-fur-die-resistenzen\">Was sind die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Resistenzen?<\/h2>\n\n\n\n<p>Es gibt drei wesentliche Gr\u00fcnde f\u00fcr die weltweite Zunahme von Resistenzen:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Zunehmende Nutzung von Antibiotika bei der symptomatischen Behandlung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es werden heutzutage in der Versorgung und Behandlung von Patienten viel zu schnell Antibiotika eingesetzt. Dies hat haupts\u00e4chlich zwei Gr\u00fcnde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Erstens will der Arzt, in der K\u00fcrze der ihm zur Verf\u00fcgung stehenden Behandlungszeit das geringste Risiko eingehen und den h\u00f6chsten Erfolg f\u00fcr den Patienten sicherstellen . Eine verz\u00f6gerte Antibiotikatherapie, bei der zuerst auf eine konventionelle Reduktion der Infektion gesetzt wird, ist meist mit einer verl\u00e4ngerten Therapie f\u00fcr den Patienten verbunden. Gleichzeitig ist das Risiko f\u00fcr den Arzt Beschwerden des Patienten oder gar Klagen zu bekommen, bei der Verwendung von Antibiotika &#8211; wenn der Einsatz angezeigt ist &#8211; am geringsten.<\/p>\n\n\n\n<p>Zweitens sind die wenigsten Patienten bereit auf konventionelle Mittel zu setzen. In vielen F\u00e4llen von Infektionen kann mit herk\u00f6mmlichen \u201cHausmitteln\u201ddie Infektion in den Griff bekommen werden. Der Patient will jedoch eine \u201csofortige\u201d Hilfe um die Schmerzen zu reduzieren und die L\u00e4nge der Behandlung zu verk\u00fcrzen. Hinzu kommt auch der psychologische Moment: Der Patient will das \u201cgute Gef\u00fchl\u201d haben, dass der Doktor f\u00fcr ihn was getan hat. Das hat er, wenn er mit einem Medikamentenrezept die Praxis verl\u00e4sst. W\u00fcrde der Arzt ihm aber erkl\u00e4ren, dass er seine Infektion und deren zuk\u00fcnftige Pr\u00e4vention mittels konventionellen Hausmitteln wie Inhalieren, Bettruhe oder gar Nahrungsumstellung und sportliche Bewegung behandeln sollte, w\u00fcrde der Patient in den meisten F\u00e4llen einen anderen Arzt aufsuchen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Einsatz von Breitbandantibiotika<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Breitbandantibiotika sind Antibiotika die gegen eine riesige Gruppe von Bakterien wirken. Ihr Vorteil ist, dass sie eingesetzt werden k\u00f6nnen, auch wenn der Erreger nicht genau bekannt ist. Dies ist besonders dann wichtig, wenn es um Leben und Tod geht und f\u00fcr eine spezifische Diagnose keine Zeit ist. Das ist jedoch selten der Fall. Im Idealfall w\u00fcrde der spezifische Keim genau analysiert werden und dann, ein genau daf\u00fcr entwickeltes Antibiotikum eingesetzt werden. Problem ist hierbei aber der Nachweis. In vielen F\u00e4llen lassen sich die Erreger nicht mit konventionellen Methoden, wie der Kultivierung, analysieren, sondern es muss auf molekulare Methoden wie Gensondentechnologie oder PCR ausgewichen werden. Diese werden aber von der Krankenkasse nur in Ausnahmef\u00e4llen bezahlt. Zus\u00e4tzlich wollen Arzt und Patient meist nicht warten, sondern wollen die \u201cschnelle\u201d L\u00f6sung. Ebenfalls wird das Risiko der falschen Auswahl eines Antibiotikum massiv reduziert, da die Breitbandantibiotika eine gro\u00dfe Gruppe von Erregern erfassen.&nbsp;F\u00fcr die Pharmaindustrie sind Breitbandantibiotika wiederum von gro\u00dfem Vorteil. W\u00e4hrend die Entwicklung eines spezifischen Antibiotikums sehr aufwendig ist und pro Jahr vielleicht nur mehrere Tausend Packungen verkauft werden k\u00f6nnten, ist der Markt f\u00fcr Breitbankantibiotika ungleich gr\u00f6\u00dfer. Anstelle 20 verschiedene spezifische Antibiotika zu entwickeln und jeweils an eine kleine Zielgruppe zu vermarkten wird ein unspezfisches Breitbandantibiotikum entwickelt und an Hunderte Millionen von Patienten verkauft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Einsatz von Antibiotika in der Nutztierzucht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Doch der Einsatz von Antibiotika f\u00fcr menschliche Patienten ist f\u00fcr die Pharmaindustrie nur von untergeordneter Bedeutung. Ca. 70 &#8211; 80 % der gesamten Antibiotika werden an die Tierindustrie verkauft. Ob Rinder oder H\u00fchner &#8211; \u00fcberall werden viele Tiere auf engsten Raum eingesperrt um die Margen zu steigern. Krankheiten oder Tod der Tiere k\u00f6nnen durch die kontinuierliche Gabe von Antibiotika zu einem betr\u00e4chtlichen Ma\u00dfe reduziert werden. Weiterhin f\u00fchrt die Verf\u00fctterung von Antibiotika in subtherapeutischen Mengen f\u00fchren zu einer Erh\u00f6hung des Lebensgewichtes der Tiere um 10-15 %. Die \u201cAusbeute\u201d bei gleicher Futtermenge ist dadurch h\u00f6her. Zwar ist der Einsatz von Antibiotika zur Steigerung des Lebensgewichtes in vielen Staaten mittlerweile verboten. Doch der Kostendruck und die Gewinnoptimierung bringen viele Betriebe dazu diese Methoden weiterhin zu verwenden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die massenhafte Verwendung von Antibiotika wiederum f\u00fchrt zu einer weiteren Erh\u00f6hung der Resistenzen. Durch die Tiere gelangen nicht nur die Antibiotika auf den Teller des Verbrauchers sondern auch die resistenten Keime. So zeigte eine Studie in den USA, dass mehr als die H\u00e4lfte aller in den Superm\u00e4rkten gesammelten Fleischproben antibiotikaresistente Keime enthielten. Auch die Antibiotika selber, gelangen durch die Tierindustrie \u00fcber das Fleisch und das Wasser zum Verbraucher und f\u00fchren zu einer weiteren Erh\u00f6hung der Resistenzen. Selbst wenn Konsumenten behaupten in ihrem ganzen Leben noch nie ein Antibiotikum genommen zu haben, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie \u00fcber die oben genannten Faktoren bereits Antibiotika in signifikanten Mengen zu sich genommen haben. In den USA erhalten Kinder und Jugendliche bis zu ihrem 20. Lebensjahr im Durchschnitt 17 Antibiotika. Bis zum ihrem 40. Lebensjahr bekommen sie durchschnittlich noch weitere 13 Antibiotika, sodass der 40 j\u00e4hrige Amerikaner im Schnitt bereits 40 Packungen Antibiotika konsumiert hat. Und das noch ohne weitere Effekte aus der Tierindustrie.&nbsp;Angesichts dieser Fakten ist die weltweite bedrohliche Zunahme der Antibiotikaresistenzen alles andere als verwunderlich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"der-geist-aus-der-flasche\">Der Geist aus der Flasche<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Forschungen der letzten 1-2 Jahrzehnte zeigen jedoch, dass m\u00f6glicherweise die Zunahme der Resistenzen das kleinere Problem ist, welches von Antibiotika verursacht wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Mikrobiom, die Gesamtheit aller Bakterien die in und auf uns lebt, wird massiv bei einer Antibiotikabehandlung beeintr\u00e4chtigt. Der Grund liegt vor allem in der oben dargestellten Verwendung von Breitbandantibiotika. Diese eliminieren nicht nur die sch\u00e4dlichen Bakterien, welche die Infektion verursacht haben, sondern zerst\u00f6ren in gro\u00dfem Ma\u00dfe auch die positiven Bakterien, die wesentliche Funktionen in unserem K\u00f6rper erf\u00fcllen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die positiven Bakterien in unserem Mikrobiom wirken auf verschiedene Art und Weise auf unseren K\u00f6rper:<\/p>\n\n\n\n<p>1. Sie bauen Stoffe ab, die der Mensch nicht abbauen kann und stellen ihm diese Energie teilweise zur Verf\u00fcgung<\/p>\n\n\n\n<p>2. Sie produzieren Substanzen, die im menschlichen Organismus verwendet werden<\/p>\n\n\n\n<p>3. Sie sind Teil von verschiedenen Regelkreisl\u00e4ufen im menschlichen K\u00f6rper<\/p>\n\n\n\n<p>4. Sie unterdr\u00fccken das Wachstum von sch\u00e4dlichen Bakterien<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei handelt es sich explizit nicht nur um die Bakterien im Darm, der Darmflora, sondern ums \u00e4mtliche Bakterien des Menschen. Werden nun die Mikroorganismen durch Antibiotika als Kollateralschaden zum Teil abget\u00f6tet, so hat dies dramatische Auswirkungen auf den K\u00f6rper. So geht man heutzutage davon aus, dass die modernen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes bei Kindern, Fettleibigkeit, Asthma, Nahrungsallergien, Reflux, Autismus, Krebs und viele mehr, von einem durch Antibiotika ver\u00e4nderten Mikrobiom ausgel\u00f6st werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Geist, die Antibiotika, wurden aus der Flasche gelassen. Und es wird sehr schwer werden ihn wieder einzufangen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Depositphotos_3318766_XL-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4567\" srcset=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Depositphotos_3318766_XL-980x653.jpg 980w, https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Depositphotos_3318766_XL-480x320.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-molekulare-atombombe\">Die molekulare Atombombe<\/h2>\n\n\n\n<p>Heutige Erkenntnisse zeigen, dass durch ein Antibiotikum in vielen F\u00e4lle das sch\u00e4dliche Bakterium nicht komplett ausgel\u00f6scht wird, sondern dass es unterhalb der Nachweisgrenzen zur\u00fcckgedr\u00e4ngt wird. Hier f\u00fchrt es dann ein mehr oder wenig tristes Dasein. Bakterien m\u00fcssen sich, um Schaden im menschlichen Organismus anrichten zu k\u00f6nnen, vermehren. Die <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/allgemein\/bakterien-sind-gut\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">gesunde Mikrobiom<\/a> Flora, z.B. im Darm,verhindert das. Der Mensch beherbergt eine Vielzahl von pathogenen Mikroorganismen. Die Vorstellung, dass jede Infektion von aussen erfolgt, also durch das \u201cinfiziert werden\u201d mit einem pathogenen Erreger ist veraltet. Stattdessen tragen wir verschiedene Krankheitserreger in uns, die erst bei einer Schw\u00e4chung der Immunabwehr und &#8211; wie die neuen Erkenntnisse zeigen &#8211; <a href=\"https:\/\/bacteria.substack.com\/p\/antibiotics-are-atomic-bombs-for-microbiome\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">einer De-Stabilisierung des Mikrobioms<\/a>, z.B. der Darmflora, ein starkes Wachstum erreichen k\u00f6nnen. Dies f\u00fchrt dann dazu, dass die Bakterien selber dann einen Schaden im menschlichen Organismus anrichten oder \u00fcber ihre Toxine.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Antibiotikum ist mit einer Atombombe vergleichbar, die einen ungeheuren Schaden in unserem <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/allgemein\/wir-sind-bakterien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mikrobiom<\/a> hinterl\u00e4sst. Durch die Schw\u00e4chung der \u201cguten\u201d Darmflora oder anderen Orten, die Teil des menschlichen Mikrobioms sind, k\u00f6nnen \u201cschlechte\u201d Bakterien die Kontrolle \u00fcbernehmen und zu schweren Krankheiten f\u00fchren. Auch wenn das Mikrobiom versucht in seinen urspr\u00fcnglichen Zustand zur\u00fcckzukehren, so ist das in manchen F\u00e4llen nur schwer oder \u00fcberhaupt nicht m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein erschreckendes Beispiel ist&nbsp;<em>Clostridium difficile<\/em>. Dieses anaerobe Bakterium wartet geduldig in gut einem Drittel der Menschen&nbsp;im Darm&nbsp;auf seine Chance. Kommt es zu einer massiven Beeintr\u00e4chtigung des Mikrobioms, so nutzt&nbsp;<em>C. difficile<\/em>&nbsp;blitzartig seine Chance und vermehrt sich in solch einem Ma\u00dfe, dass es von den anderen Bakterien&nbsp;der Darmflora&nbsp;nicht mehr zur\u00fcckgedr\u00e4ngt werden kann. In schweren F\u00e4llen perforieren seine Toxine die Darmwand und der Patient stirbt. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"ein-umdenken-ist-erforderlich\"><strong><br><\/strong>Ein Umdenken ist erforderlich<\/h2>\n\n\n\n<p>Um das Problem der Resistenz in den Griff zu bekommen, muss ein Umdenken erforderlich werden. Antibiotika d\u00fcrfen nicht mehr massenweise in der Tierhaltung eingesetzt werden. Patienten d\u00fcrfen nicht mehr Antibiotika verschrieben bekommen f\u00fcr Infektionen, die auf Viren basieren. Das ist aus pr\u00e4ventiven Gr\u00fcnden, Stichwort Sekund\u00e4rinfektionen, leider immer noch der Fall. Antibiotika sollten nicht als Vorsichtsma\u00dfnahme und pr\u00e4ventiv eingesetzt werden, sondern nur nach sorgf\u00e4ltiger Abw\u00e4gung der Vor- und Nachteile. Andernfalls bleiben resistente Keime eine zunehmende Bedrohung und Antibiotika k\u00f6nnen f\u00fcr wirklich lebensbedrohliche Krankheiten, aufgrund der Vielzahl an Resistenzen, nicht mehr eingesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vielzahl an Zivilisationskrankheiten die durch eine Zerst\u00f6rung unseres Mikrobioms, und ganz besonders unserer nat\u00fcrlichen Darmflora, durch Antibiotika ausgel\u00f6st wird, muss mehr in den \u00f6ffentlichen Fokus r\u00fccken. Wir m\u00fcssen erkennen, dass die schweren Krankheiten nicht nur durch eine ungesunde fette und viel zu kohlenhydratreiche Ern\u00e4hrung ausgel\u00f6st werden, sondern durch eine Ver\u00e4nderung unseres Mikrobioms unterst\u00fctzt oder gar hervorgerufen werden. Wir m\u00fcssen bereit sein, dies als wirkliches Problem anzuerkennen und anzugehen. Andernfalls werden die neuen Krankheiten weiter zunehmen und die Menschheit in zunehmenden Ma\u00dfe bedrohen. (JS)<\/p>\n\n\n\n<p>Weiterf\u00fchrende Literatur:<\/p>\n\n\n\n<p>Martin J. Blaser, Missing Microbes; How the overuse of antibiotics is fueling our modern plagues, Henry Holt and Company, New York.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/bacteria.substack.com\/p\/antibiotics-are-atomic-bombs-for-microbiome\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Antibiotics &#8211; the molecular atom bombs<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><sup>Header: Peter Jurik &#8211; <a href=\"http:\/\/stock.adobe.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">stock.adobe.com<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H\u00e4ufiger Antibiotikaeinsatz treibt Resistenzen in die H\u00f6he und bringt das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht \u2013 eine Gefahr f\u00fcr Gesundheit und Biodiversit\u00e4t.<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":4346,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"off","_et_pb_old_content":"<!-- wp:heading {\"level\":1} -->\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-antibiotika-die-molekularen-atombomben\">Antibiotika - die molekularen Atombomben<\/h1>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:quote -->\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><!-- wp:paragraph -->\n<p>Als 1928 Alexander Fleming das Antibiotikum entdeckt hatte, da wusste er noch nicht, dass er wissenschaftlich umgesetzt hatte, was bereits die alten \u00c4gypter, Chinesen und Indianer lange vor ihm gewusst hatten. Die heilende Wirkung von Schimmelpilzen war ihnen bereits bekannt gewesen und sie hatten damit Wunden eingerieben, um sie heilen zu lassen. Alexander Fleming hatte die bakterienabt\u00f6tende Kraft des Schimmelpilzes&nbsp;<em>Penicillium notatum<\/em> entdeckt und nach einigen Anlaufschwierigkeiten starteten die Antibiotika ihren Siegeszug um die ganze Welt.&nbsp;<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph --><\/blockquote>\n<!-- \/wp:quote -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Mit den Antibiotika wurde es zum ersten Mal gezielt m\u00f6glich, die gro\u00dfen Seuchen unserer Zeit zu bek\u00e4mpfen: alle bakterienbasierten Krankheiten verloren auf einmal ihren unheilvollen Schrecken. Sei es Cholera, Pest oder Lepra - Infektionen die Jahrtausende zuvor t\u00f6dlich verlaufen waren, konnten auf einmal geheilt werden.&nbsp;<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:heading -->\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Wirkungsweise von Antibiotika<\/h2>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Die Wirkung von Antibiotika basiert jeweils auf einem von drei Mechanismen:<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>A. Antibiotika greifen in die Zellwandsynthese der Bakterien ein und unterdr\u00fccken somit deren Wachstum.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>B. Antibiotika k\u00f6nnen die Proteinsynthese der Bakterien beeinflussen und verhindern, dass Enzyme und Zellbausteine produziert werden, welche f\u00fcr Wachstum und Zellteilung ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>C. Antibiotika greifen direkt in die Zellteilung der Bakterien ein.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:heading -->\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Modifikationen der Antibiotika wurden notwendig<\/h2>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Die heutigen Antibiotika sind in der Regel keine reinen Naturprodukte mehr, sondern haben k\u00fcnstliche hinzugef\u00fcgte chemische Modifikationen. Viele Antibiotika sind mittlerweile sogar rein synthetischen Produkte und sind gem\u00e4\u00df der urspr\u00fcnglichen Definition \u00fcberhaupt keine Antibiotika mehr. Was sie jedoch eint ist ihre antibakterielle Wirkung.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Die Modifikationen wurden notwendig um m\u00f6glichst lange im Wettrennen mit den Bakterien bestehen zu k\u00f6nnen. Wo ein Antibiotikum ist, da wird es auch eine Resistenz geben. Durch die kurzen Generationszeiten der Bakterien, also der Zeit, die ein Bakterium ben\u00f6tigt um sich zu verdoppeln und die im k\u00fcrzesten Fall 15-20 min betragen kann, ist die Chance gro\u00df, dass eine Mutation eingef\u00fchrt wird, die dem Bakterium bei einem antibiotischen Selektionsdruck einen Vorteil gibt. Es kann sich trotz des Antibiotikums weiter vermehren und ist nun der Tr\u00e4ger einer Resistenz. Wenn ein Keim resistent ist, dann ist es der Tr\u00e4ger einer genetischen Information, die f\u00fcr ein Protein codiert, welches den Mikroorganismus nicht mehr anf\u00e4llig f\u00fcr dieses Antibiotikum macht.&nbsp;<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><br>Bei einer Behandlung kann dies zu massiven Problemen f\u00fchren. So l\u00e4sst sich eine erhaltene Infektion in vielen F\u00e4llen aufgrund der Resistenzen nicht mehr mit Antibiotika behandeln. Zus\u00e4tzlich kann eine vor allen in Krankenh\u00e4user erworbene Infektion mit antibiotikaresistenten Keimen zu schwerwiegenden Problemen f\u00fchren. Methicillin-resistente Staphylococcus aureus Keime (MRSA) sind ein Beispiel daf\u00fcr. Eine Infektion mit diesen resistenten Mikroorganismen kann in vielen F\u00e4llen nicht mehr erfolgreich behandelt werden und f\u00fchrt zum Tod durch multiples Organversagen. Eine harmlose Knie- und H\u00fcftoperation kann dann schnell ins Grab f\u00fchren - ohne dass urspr\u00fcnglich ein gef\u00e4hrliche Indikation vorgelegen h\u00e4tte.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:heading -->\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Antibiotika-Resistenzen nehmen weltweit zu<\/h2>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Diese Resistenzen, die entweder direkt auf in dem Bakterienchromosom verankert sind oder auf einem Plasmid, also einem genetischen Element, welches nicht Teil des eigentlichen Bakterienchromosoms ist, k\u00f6nnen vermehrt und auch weitergegeben werden. W\u00e4chst und teilt sich das Bakterium, k\u00f6nnen sehr schnell aus einer Zelle, die das Resistenzgen tr\u00e4gt, Millionen oder gar Milliarden von Zellen werden. Konnte das einzelne Bakterium mit dem Resistenzgen keinen Schaden anrichten, so k\u00f6nnen es Millionen oder gar Millarden von Bakterien durchaus. Ist diese Resistenz auf einem pathogenen, also krankheitsmachenden Bakterium zu finden, so kann sich das Bakterium bei einer Infektion ausbreiten, ohne von dem entsprechenden Antibiotikum bek\u00e4mpft werden zu k\u00f6nnen. Resistenzen sind als ein echtes Problem, welches weltweit kontinuierlich zunimmt.&nbsp;<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:image {\"id\":4334,\"sizeSlug\":\"large\",\"linkDestination\":\"none\"} -->\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img src=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/AdobeStock_272341747-1024x683.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4334\"\/><\/figure>\n<!-- \/wp:image -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:heading -->\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was sind die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Resistenzen?<\/h2>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Es gibt drei wesentliche Gr\u00fcnde f\u00fcr die weltweite Zunahme von Resistenzen:<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>1. Zunehmende Nutzung von Antibiotika bei der symptomatischen Behandlung<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Es werden heutzutage in der Versorgung und Behandlung von Patienten viel zu schnell Antibiotika eingesetzt. Dies hat haupts\u00e4chlich zwei Gr\u00fcnde.&nbsp;<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Erstens will der Arzt, in der K\u00fcrze der ihm zur Verf\u00fcgung stehenden Behandlungszeit das geringste Risiko eingehen und den h\u00f6chsten Erfolg f\u00fcr den Patienten sicherstellen . Eine verz\u00f6gerte Antibiotikatherapie, bei der zuerst auf eine konventionelle Reduktion der Infektion gesetzt wird, ist meist mit einer verl\u00e4ngerten Therapie f\u00fcr den Patienten verbunden. Gleichzeitig ist das Risiko f\u00fcr den Arzt Beschwerden des Patienten oder gar Klagen zu bekommen, bei der Verwendung von Antibiotika - wenn der Einsatz angezeigt ist - am geringsten.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Zweitens sind die wenigsten Patienten bereit auf konventionelle Mittel zu setzen. In vielen F\u00e4llen von Infektionen kann mit herk\u00f6mmlichen \u201cHausmitteln\u201ddie Infektion in den Griff bekommen werden. Der Patient will jedoch eine \u201csofortige\u201d Hilfe um die Schmerzen zu reduzieren und die L\u00e4nge der Behandlung zu verk\u00fcrzen. Hinzu kommt auch der psychologische Moment: Der Patient will das \u201cgute Gef\u00fchl\u201d haben, dass der Doktor f\u00fcr ihn was getan hat. Das hat er, wenn er mit einem Medikamentenrezept die Praxis verl\u00e4sst. W\u00fcrde der Arzt ihm aber erkl\u00e4ren, dass er seine Infektion und deren zuk\u00fcnftige Pr\u00e4vention mittels konventionellen Hausmitteln wie Inhalieren, Bettruhe oder gar Nahrungsumstellung und sportliche Bewegung behandeln sollte, w\u00fcrde der Patient in den meisten F\u00e4llen einen anderen Arzt aufsuchen.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>2. Einsatz von Breitbandantibiotika<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Breitbandantibiotika sind Antibiotika die gegen eine riesige Gruppe von Bakterien wirken. Ihr Vorteil ist, dass sie eingesetzt werden k\u00f6nnen, auch wenn der Erreger nicht genau bekannt ist. Dies ist besonders dann wichtig, wenn es um Leben und Tod geht und f\u00fcr eine spezifische Diagnose keine Zeit ist. Das ist jedoch selten der Fall. Im Idealfall w\u00fcrde der spezifische Keim genau analysiert werden und dann, ein genau daf\u00fcr entwickeltes Antibiotikum eingesetzt werden. Problem ist hierbei aber der Nachweis. In vielen F\u00e4llen lassen sich die Erreger nicht mit konventionellen Methoden, wie der Kultivierung, analysieren, sondern es muss auf molekulare Methoden wie Gensondentechnologie oder PCR ausgewichen werden. Diese werden aber von der Krankenkasse nur in Ausnahmef\u00e4llen bezahlt. Zus\u00e4tzlich wollen Arzt und Patient meist nicht warten, sondern wollen die \u201cschnelle\u201d L\u00f6sung. Ebenfalls wird das Risiko der falschen Auswahl eines Antibiotikum massiv reduziert, da die Breitbandantibiotika eine gro\u00dfe Gruppe von Erregern erfassen.&nbsp;F\u00fcr die Pharmaindustrie sind Breitbandantibiotika wiederum von gro\u00dfem Vorteil. W\u00e4hrend die Entwicklung eines spezifischen Antibiotikums sehr aufwendig ist und pro Jahr vielleicht nur mehrere Tausend Packungen verkauft werden k\u00f6nnten, ist der Markt f\u00fcr Breitbankantibiotika ungleich gr\u00f6\u00dfer. Anstelle 20 verschiedene spezifische Antibiotika zu entwickeln und jeweils an eine kleine Zielgruppe zu vermarkten wird ein unspezfisches Breitbandantibiotikum entwickelt und an Hunderte Millionen von Patienten verkauft.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>3. Einsatz von Antibiotika in der Nutztierzucht<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Doch der Einsatz von Antibiotika f\u00fcr menschliche Patienten ist f\u00fcr die Pharmaindustrie nur von untergeordneter Bedeutung. Ca. 70 - 80 % der gesamten Antibiotika werden an die Tierindustrie verkauft. Ob Rinder oder H\u00fchner - \u00fcberall werden viele Tiere auf engsten Raum eingesperrt um die Margen zu steigern. Krankheiten oder Tod der Tiere k\u00f6nnen durch die kontinuierliche Gabe von Antibiotika zu einem betr\u00e4chtlichen Ma\u00dfe reduziert werden. Weiterhin f\u00fchrt die Verf\u00fctterung von Antibiotika in subtherapeutischen Mengen f\u00fchren zu einer Erh\u00f6hung des Lebensgewichtes der Tiere um 10-15 %. Die \u201cAusbeute\u201d bei gleicher Futtermenge ist dadurch h\u00f6her. Zwar ist der Einsatz von Antibiotika zur Steigerung des Lebensgewichtes in vielen Staaten mittlerweile verboten. Doch der Kostendruck und die Gewinnoptimierung bringen viele Betriebe dazu diese Methoden weiterhin zu verwenden.&nbsp;<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Die massenhafte Verwendung von Antibiotika wiederum f\u00fchrt zu einer weiteren Erh\u00f6hung der Resistenzen. Durch die Tiere gelangen nicht nur die Antibiotika auf den Teller des Verbrauchers sondern auch die resistenten Keime. So zeigte eine Studie in den USA, dass mehr als die H\u00e4lfte aller in den Superm\u00e4rkten gesammelten Fleischproben antibiotikaresistente Keime enthielten. Auch die Antibiotika selber, gelangen durch die Tierindustrie \u00fcber das Fleisch und das Wasser zum Verbraucher und f\u00fchren zu einer weiteren Erh\u00f6hung der Resistenzen. Selbst wenn Konsumenten behaupten in ihrem ganzen Leben noch nie ein Antibiotikum genommen zu haben, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie \u00fcber die oben genannten Faktoren bereits Antibiotika in signifikanten Mengen zu sich genommen haben. In den USA erhalten Kinder und Jugendliche bis zu ihrem 20. Lebensjahr im Durchschnitt 17 Antibiotika. Bis zum ihrem 40. Lebensjahr bekommen sie durchschnittlich noch weitere 13 Antibiotika, sodass der 40 j\u00e4hrige Amerikaner im Schnitt bereits 40 Packungen Antibiotika konsumiert hat. Und das noch ohne weitere Effekte aus der Tierindustrie.&nbsp;Angesichts dieser Fakten ist die weltweite bedrohliche Zunahme der Antibiotikaresistenzen alles andere als verwunderlich.&nbsp;<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:heading -->\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Geist aus der Flasche<\/h2>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Die Forschungen der letzten 1-2 Jahrzehnte zeigen jedoch, dass m\u00f6glicherweise die Zunahme der Resistenzen das kleinere Problem ist, welches von Antibiotika verursacht wird.&nbsp;<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Unser Mikrobiom, die Gesamtheit aller Bakterien die in und auf uns lebt, wird massiv bei einer Antibiotikabehandlung beeintr\u00e4chtigt. Der Grund liegt vor allem in der oben dargestellten Verwendung von Breitbandantibiotika. Diese eliminieren nicht nur die sch\u00e4dlichen Bakterien, welche die Infektion verursacht haben, sondern zerst\u00f6ren in gro\u00dfem Ma\u00dfe auch die positiven Bakterien, die wesentliche Funktionen in unserem K\u00f6rper erf\u00fcllen.&nbsp;<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Die positiven Bakterien in unserem Mikrobiom wirken auf verschiedene Art und Weise auf unseren K\u00f6rper:<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>1. Sie bauen Stoffe ab, die der Mensch nicht abbauen kann und stellen ihm diese Energie teilweise zur Verf\u00fcgung<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>2. Sie produzieren Substanzen, die im menschlichen Organismus verwendet werden<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>3. Sie sind Teil von verschiedenen Regelkreisl\u00e4ufen im menschlichen K\u00f6rper<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>4. Sie unterdr\u00fccken das Wachstum von sch\u00e4dlichen Bakterien<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Dabei handelt es sich explizit nicht nur um die Bakterien im Darm, der Darmflora, sondern ums \u00e4mtliche Bakterien des Menschen. Werden nun die Mikroorganismen durch Antibiotika als Kollateralschaden zum Teil abget\u00f6tet, so hat dies dramatische Auswirkungen auf den K\u00f6rper. So geht man heutzutage davon aus, dass die modernen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes bei Kindern, Fettleibigkeit, Asthma, Nahrungsallergien, Reflux, Autismus, Krebs und viele mehr, von einem durch Antibiotika ver\u00e4nderten Mikrobiom ausgel\u00f6st werden.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Der Geist, die Antibiotika, wurden aus der Flasche gelassen. Und es wird sehr schwer werden ihn wieder einzufangen.&nbsp;<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:image {\"id\":4567,\"sizeSlug\":\"large\",\"linkDestination\":\"none\"} -->\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img src=\"https:\/\/bacteria.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Depositphotos_3318766_XL-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4567\"\/><\/figure>\n<!-- \/wp:image -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:heading -->\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die molekulare Atombombe<\/h2>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Heutige Erkenntnisse zeigen, dass durch ein Antibiotikum in vielen F\u00e4lle das sch\u00e4dliche Bakterium nicht komplett ausgel\u00f6scht wird, sondern dass es unterhalb der Nachweisgrenzen zur\u00fcckgedr\u00e4ngt wird. Hier f\u00fchrt es dann ein mehr oder wenig tristes Dasein. Bakterien m\u00fcssen sich, um Schaden im menschlichen Organismus anrichten zu k\u00f6nnen, vermehren. Die <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/allgemein\/bakterien-sind-gut\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">gesunde Mikrobiom<\/a> Flora, z.B. im Darm,verhindert das. Der Mensch beherbergt eine Vielzahl von pathogenen Mikroorganismen. Die Vorstellung, dass jede Infektion von aussen erfolgt, also durch das \u201cinfiziert werden\u201d mit einem pathogenen Erreger ist veraltet. Stattdessen tragen wir verschiedene Krankheitserreger in uns, die erst bei einer Schw\u00e4chung der Immunabwehr und - wie die neuen Erkenntnisse zeigen - <a href=\"https:\/\/bacteria.substack.com\/p\/antibiotics-are-atomic-bombs-for-microbiome\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">einer De-Stabilisierung des Mikrobioms<\/a>, z.B. der Darmflora, ein starkes Wachstum erreichen k\u00f6nnen. Dies f\u00fchrt dann dazu, dass die Bakterien selber dann einen Schaden im menschlichen Organismus anrichten oder \u00fcber ihre Toxine.&nbsp;<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Ein Antibiotikum ist mit einer Atombombe vergleichbar, die einen ungeheuren Schaden in unserem <a href=\"https:\/\/bacteria.de\/allgemein\/wir-sind-bakterien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mikrobiom<\/a> hinterl\u00e4sst. Durch die Schw\u00e4chung der \u201cguten\u201d Darmflora oder anderen Orten, die Teil des menschlichen Mikrobioms sind, k\u00f6nnen \u201cschlechte\u201d Bakterien die Kontrolle \u00fcbernehmen und zu schweren Krankheiten f\u00fchren. Auch wenn das Mikrobiom versucht in seinen urspr\u00fcnglichen Zustand zur\u00fcckzukehren, so ist das in manchen F\u00e4llen nur schwer oder \u00fcberhaupt nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Ein erschreckendes Beispiel ist&nbsp;<em>Clostridium difficile<\/em>. Dieses anaerobe Bakterium wartet geduldig in gut einem Drittel der Menschen&nbsp;im Darm&nbsp;auf seine Chance. Kommt es zu einer massiven Beeintr\u00e4chtigung des Mikrobioms, so nutzt&nbsp;<em>C. difficile<\/em>&nbsp;blitzartig seine Chance und vermehrt sich in solch einem Ma\u00dfe, dass es von den anderen Bakterien&nbsp;der Darmflora&nbsp;nicht mehr zur\u00fcckgedr\u00e4ngt werden kann. In schweren F\u00e4llen perforieren seine Toxine die Darmwand und der Patient stirbt. <\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:heading -->\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong><br><\/strong>Ein Umdenken ist erforderlich<\/h2>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Um das Problem der Resistenz in den Griff zu bekommen, muss ein Umdenken erforderlich werden. Antibiotika d\u00fcrfen nicht mehr massenweise in der Tierhaltung eingesetzt werden. Patienten d\u00fcrfen nicht mehr Antibiotika verschrieben bekommen f\u00fcr Infektionen, die auf Viren basieren. Das ist aus pr\u00e4ventiven Gr\u00fcnden, Stichwort Sekund\u00e4rinfektionen, leider immer noch der Fall. Antibiotika sollten nicht als Vorsichtsma\u00dfnahme und pr\u00e4ventiv eingesetzt werden, sondern nur nach sorgf\u00e4ltiger Abw\u00e4gung der Vor- und Nachteile. Andernfalls bleiben resistente Keime eine zunehmende Bedrohung und Antibiotika k\u00f6nnen f\u00fcr wirklich lebensbedrohliche Krankheiten, aufgrund der Vielzahl an Resistenzen, nicht mehr eingesetzt werden.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Die Vielzahl an Zivilisationskrankheiten die durch eine Zerst\u00f6rung unseres Mikrobioms, und ganz besonders unserer nat\u00fcrlichen Darmflora, durch Antibiotika ausgel\u00f6st wird, muss mehr in den \u00f6ffentlichen Fokus r\u00fccken. Wir m\u00fcssen erkennen, dass die schweren Krankheiten nicht nur durch eine ungesunde fette und viel zu kohlenhydratreiche Ern\u00e4hrung ausgel\u00f6st werden, sondern durch eine Ver\u00e4nderung unseres Mikrobioms unterst\u00fctzt oder gar hervorgerufen werden. Wir m\u00fcssen bereit sein, dies als wirkliches Problem anzuerkennen und anzugehen. Andernfalls werden die neuen Krankheiten weiter zunehmen und die Menschheit in zunehmenden Ma\u00dfe bedrohen. (JS)<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Weiterf\u00fchrende Literatur:<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Martin J. Blaser, Missing Microbes; How the overuse of antibiotics is fueling our modern plagues, Henry Holt and Company, New York.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><a href=\"https:\/\/bacteria.substack.com\/p\/antibiotics-are-atomic-bombs-for-microbiome\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Antibiotics - the molecular atom bombs<\/a><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><sup>Header: Peter Jurik - <a href=\"http:\/\/stock.adobe.com\">stock.adobe.com<\/a><\/sup><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:separator {\"opacity\":\"css\",\"className\":\"is-style-wide\"} -->\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n<!-- \/wp:separator -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[45],"tags":[213,214,163,66,215],"class_list":["post-4319","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-medizin","tag-antibiotika","tag-antibiotikaresistenzen","tag-highlights","tag-mikrobiom","tag-mikrobiom-antibiotika"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4319","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4319"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4319\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7710,"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4319\/revisions\/7710"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4346"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4319"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4319"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bacteria.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4319"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}